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Migration - Osnabrück

Forscher: UN-Migrationspakt zu spät kommuniziert

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Osnabrück (dpa/lni) - Migrationsforscher Andreas Pott wirft der Bundesregierung im Hinblick auf die Migrationspolitik und den UN-Migrationspakt eine zu späte Kommunikation vor. "Die Debatte um den Migrationspakt fügt sich ein in eine Kette verspäteter Kommunikation", sagte der Forscher der Universität Osnabrück der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). Flüchtlingspolitik sei fast immer reaktiv, erklärte der Direktor des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS). Eine proaktive Kommunikation sei nötig, um die Bürger mitzunehmen.

Pott verteidigt den UN-Migrationspakt: Er habe eine bessere Steuerung von Wanderungsbewegungen zum Ziel, sagte er. "Er schafft keine zusätzlichen Anreize für Migranten, nach Deutschland zu kommen."

Der UN-Migrationspakt, mit dem die Vereinten Nationen erstmals Grundsätze für den Umgang mit Migranten festlegen wollen, soll bei einem Gipfeltreffen am 10. und 11. Dezember in Marokko beschlossen werden. Die USA, Österreich, Ungarn, Australien, Tschechien, Bulgarien und Estland scherten bereits aus. In Deutschland kommt vor allem von der AfD Kritik.