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Migration - Nürnberg

Abschiebung eines Afghanen nach Protesten ausgesetzt

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Nürnberg/Kabul (dpa/lby) - Mehrere Hundert Menschen haben in Nürnberg gegen die Abschiebung eines Mannes aus Afghanistan protestiert. Er sei in Gewahrsam genommen und zum Flughafen gebracht worden. Dort sei dann aber entschieden worden, die Abschiebung auszusetzen, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Zu den Gründen der Aussetzung machte er keine Angaben. Vorangegangen sei jedoch eine medizinische Untersuchung des Mannes. Etwa 500 Menschen hatten laut Polizei gegen die Abschiebung protestiert. Bei der Ingewahrsamnahme waren auch Spezialeinsatzkräfte der Polizei (SEK) zugegen.

Vor wenigen Tagen hatte das afghanische Flüchtlingsministerium eine geplante Sammelabschiebung abgelehnter Asylbewerber aus Deutschland bestätigt, die am Mittwoch in Kabul eintreffen sollten. Seit Dezember 2016 wurden mehr als 500 Männer in Sammelabschiebungen nach Afghanistan gebracht. Die Abschiebungen sind umstritten, weil der Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan andauert.