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Migration - Erfurt

Migrationsbeauftragte: Rassismus ist Alltag vieler Thüringer

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Erfurt (dpa/th) - Viele Zugewanderte in Thüringen werden nach Einschätzung der Migrationsbeauftragten tagtäglich Opfer von Rassismus. "Fast täglich höre ich dazu Geschichten: Sprüche auf der Straße, Wegrücken in der Straßenbahn, Ablehnung bei Bewerbungen", sagte Mirjam Kruppa am Mittwoch laut einer Mitteilung anlässlich des Internationaler Tages gegen Rassismus am 21. März. Niemand dürfe aufgrund von Äußerlichkeiten wie Herkunft, Hautfarbe oder Kleidung zur Projektionsfläche von Vorurteilen und Ängsten gemacht werden.

Unter dem Titel "Brücken zum Zusammenleben" hat die Landesbeauftragte eine Broschüre mit den Kontaktdaten von Migrantenorganisationen in Thüringen zusammenstellen lassen. Diese Organisationen ermöglichten Begegnung auf Augenhöhe und seien ein guter Weg, um Rassismus entgegenzutreten, so Kruppa.

Opferberatungsstellen wie ezra berichten immer wieder über rassistisch motivierte gewalttätige Angriffe in Thüringen. Auch in Schulen kommt es immer wieder zu Vorfällen mit rechtem, rassistischem oder antisemitischem Hintergrund, wie eine Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Landtagsfraktion im vergangenen Jahr zeigte. Zuletzt hatte Rot-Rot-Grün im Landtag gefordert, dass das Thema Rassismus in Schulen von der Landesregierung besser angegangen werden müsse. Zudem untersucht eine Enquete-Kommission seit 2017, wie Rassismus das demokratische Zusammenleben in Thüringen gefährdet.