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Migration - Dresden

Grüne fordern angemessene Versorgung behinderter Flüchtlinge

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Dresden (dpa/sn) - Sachsens Grüne haben eine angemessene Betreuung und Unterbringung von Flüchtlingen mit Behinderungen verlangt. Am Dienstag zweifelte der Landtagsabgeordnete Volkmar Zschocke eine Antwort von Innenminister Roland Wöller (CDU) an, wonach die Versorgung "in jedem Fall bedarfsgerecht" gewährleistet werden könne. "Diese vollmundige Antwort überzeugt mich nicht", betonte Zschocke und verwies auf Erfahrungen ehrenamtlicher Sozialarbeiter.

"So wird beklagt, dass körperliche Einschränkungen in der Erstaufnahme kaum festgestellt werden. Psychische Erkrankungen und Traumata würden noch seltener diagnostiziert, obwohl die "Trauma Ambulanz Dresden" davon ausgeht, dass bis zu 70 Prozent aller Asylsuchenden davon betroffen sind", erklärte Zschocke. Erschwerend komme hinzu, dass keine Erkenntnisse zu Art und Umfang asylsuchender und geduldeter Menschen mit Behinderungen vorlägen. "Die Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums über die Mindestempfehlungen zu Art, Größe und Ausstattung von Gemeinschaftsunterkünften greift aus meiner Sicht deutlich zu kurz", sagte Zschocke. Asylsuchende mit Behinderungen hätten in Deutschland vom ersten Tag an Rechte. Die UN-Behindertenrechtskonvention sei rechtsverbindlich. Zschocke verwies etwa auf die Bereitstellung von barrierefreien Wohnungen, Hilfsmitteln und Medikamenten.