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Migration - Berlin

Müller: "Historische Pflicht, Geflüchteten zu helfen"

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Berlin (dpa/bb) - Anlässlich des Weltflüchtlingstags am Donnerstag hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine "humanitäre und auch historische Pflicht" betont, Geflüchteten zu helfen. Berlin habe sich deshalb mit anderen Städten zum Bündnis "Sichere Häfen" zusammengeschlossen, um Menschen aufzunehmen, die aus dem Mittelmeer gerettet worden sind. "Wenn wir wirklich darüber diskutieren müssen, ob wir Menschen vor dem Ertrinken retten oder nicht, dann diskutieren wir über unsere Menschlichkeit und stellen diese infrage", sagte Müller.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch hatte in der vergangenen Woche vor der libyschen Küste mehr als 50 Menschen von einem Schlauchboot gerettet. Italiens Regierung will das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" aber nicht anlegen lassen.

"Wir in Berlin haben gezeigt, dass wir helfen können, auch wenn große Anstrengungen dafür nötig sind", erklärte Müller mit Blick auf die Ankunft der ersten Flüchtlinge 2015. Es sei nicht gleich alles gelungen und Berlin sei auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen gewesen. "Aber am Ende haben wir die Situation gut bewältigt", sagte Müller.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR sind derzeit weltweit fast 71 Millionen Menschen auf der Flucht. In Berlin kamen in diesem Jahr nach Angaben des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten gut 2700 Flüchtlinge neu an. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 7260. Die meisten Flüchtlinge kamen 2016 nach Berlin - fast 17 000.