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Landtag - Waren (Müritz)

CDU kündigt App für Mauerfall-Erinnerungen an

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Schwerin (dpa/mv) - Die CDU Mecklenburg-Vorpommerns will auf einer gesonderten Mauerfall-App persönliche Erinnerungen an die Zeit des politischen Umbruchs sammeln und die bewegendsten Geschichten dann veröffentlichen. Die App in Form einer Landkarte solle Mitte kommender Woche freigeschaltet werden. "Jeder kann dann seinen Standort wählen und berichten, was er im Herbst 1989 erlebt hat", sagte CDU-Landes- und -Landtagsfraktionschef, Vincent Kokert, am Montag in Schwerin.

Im Jubiläumsjahr des Mauerfalls solle damit erreicht werden, dass sich möglichst viele Menschen mit der eigenen Geschichte auseinandersetzen. Denn vor dem Hintergrund aktueller Probleme und erkennbarer Versäumnisse werde vielfach die Bedeutung der Ereignisse von damals ausgeblendet. "Wir wollen aber, dass man sich an die Zeit als eine unserer glücklichsten Stunden erinnert", betonte Kokert.

Die von ihm maßgeblich vorangetriebene Einrichtung eines zentralen Gedächtnisorts in Mecklenburg-Vorpommern für die friedliche Revolution von 1989 kommt unterdessen langsam voran. Die beteiligten Ministerien hätten ihre Zustimmung gegeben, die Gedenkstätte in Waren an der Müritz einzurichten und das vom Landtag beschlossene Konzept umzusetzen. "Es gibt klare Belege dafür, dass dort die erste Demonstration im Land stattfand und der gewählte zentrale Ort des Erinnerns auch der richtige ist", betonte Kokert. In Waren hatte es am 16. Oktober 1989 von der St. Georgen-Kirche aus einen öffentlichen Protest gegen die SED-Machthaber im Nordosten gegeben.

Der Bildungsausschuss des Landtags hatte bereits beschlossen, dass für die Finanzierung des Gedenk-Projekts mindestens eine Million Euro aus dem sichergestellten Vermögen von DDR-Parteien und -Organisationen eingesetzt werden sollen. Neben dem Hauptort Waren soll es landesweit dezentrale Gedächtnisorte zum Mauerfall geben.

Sein Bedauern äußerte Kokert, dass es zum 30. Jubiläum der Grenzöffnung im Herbst keine auswärtige Sondersitzung des Landtags in Waren geben werde. "Die Kommune selbst und auch die Landtagsverwaltung haben deutlich gemacht, dass sie dafür zu hohe Hürden sehen", sagte Kokert. Nun werde geprüft, in welcher Form das Parlament in Waren an den Mauerfall erinnern wolle. Kokert kündigte aber eine gemeinsame Erinnerungsveranstaltung der norddeutschen CDU-Landesverbände an, ohne jedoch schon Details zu nennen.

Die Landesregierung plant für den 9. November, dem Tag des Mauerfalls, eine gemeinsame Feier mit Schleswig-Holstein an der einstigen innerdeutschen Grenze. Ein solches Treffen hatte es auch im Vorjahr schon gegeben.