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Landtag - Stuttgart

Neustart Bildungsplattform: Zeit- und Finanzrahmen unklar

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Stuttgart (dpa/lsw) - Wann Schüler und Lehrer in Baden-Württemberg die seit langem angekündigte Bildungsplattform nutzen können, bleibt weiter offen. Im vergangenen Herbst hatte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) wegen zahlreicher Probleme das Aus für das bisherige Projekt namens "ella" verkündet. Am Donnerstag sagte sie im Kultusausschuss des Landtags, dass das Vorhaben komplett neu aufgesetzt werden solle. Dabei wolle man Schritt für Schritt vorgehen und sich an den Lösungen orientieren, die es bereits auf dem Markt gebe. Zu Kosten und Zeitplan machte sie zunächst keinen Angaben.

Eines ist Eisenmann nach einer Markterkundung jetzt klar: Die allumfassende "Superlösung" für eine Bildungsplattform gibt es nirgends. Es werde geschaut, welche Firmen einzelne technische Komponenten liefern könnten, erklärte die Ministerin. Nach der Sommerpause sollen Pläne für erste Bausteine der neuen Plattform vorgestellt werden. Daraus ergäben sich dann auch Zeit- und Kostenplan. "Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit", betonte die Ministerin. Die Projektleitung liegt nach Eisenmanns Angaben beim Kultusministerium unter Einbindung der IT-Behörde des Landes (BitBW).

Der Start von "ella" musste im Februar 2018 wegen gravierender technischer Probleme verschoben werden. Im September verkündete Ministerin Eisenmann dann, die technischen Leistungen neu ausschreiben zu wollen - ohne den Zweckverband Iteos, der ursprünglich mit der Umsetzung von "ella" beauftragt war und mit dem das Land weiterhin über finanzielle Fragen streitet.

Der Opposition geht der Neustart alles viel zu langsam. SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei kritisierte, nun vergingen weitere fünf Monate, bis klar sei, wie es mit der Bildungscloud weitergehe. Auch FDP-Bildungsexperte Timm Kern bezweifelte, dass die Schüler bis zur Landtagswahl 2021 eine Bildungsplattform haben werden. Kern verwies darauf, dass Schulen eigentlich den Dienst Whatsapp nicht nutzen dürfte - sie hätten bislang aber keine Alternative. Daher müsse die Entwicklung eines Messengerdienstes ganz oben auf der Liste der technischen Prioritäten stehen.

Die Bildungsplattform soll nach früheren Angaben zum Beispiel auch Lehrern dazu dienen, innerhalb ihrer Schule und landesweit mit Kollegen Wissen zu teilen, Unterrichtsmaterial auszutauschen und auf digitale Medien auf dem gemeinsamen Speicher im Netz zuzugreifen.