bedeckt München 31°

Landtag - Schwerin

Sozialministerin Drese übernimmt auch Bereich Sport

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Schwerin (dpa/mv) - Wegen der anstehenden Herkulesaufgaben im Bildungsressort gibt die neue Bildungsministerin Bettina Martin den Bereich Sport an ihre Kabinettskollegin, Sozialministerin Stefanie Drese (beide SPD), ab. "Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur wird in den kommenden Jahren alle Kraft investieren, um die Bildung im Land voranzubringen. Den Wissenschaftsstandort MV gilt es zu stärken und die vielfältige kulturelle Landschaft erfordert hohe Aufmerksamkeit und Präsenz", begründete Martin in einer am Freitag verbreiteten Mitteilung den überraschenden Wechsel. Insbesondere die Sicherung des Lehrerbedarfs, die Umsetzung der Inklusion und der Ausbau der digitalen Schule gelten als größte Herausforderungen.

"Ich freue mich sehr auf das neue Aufgabenfeld", sagte Drese. Sowohl der Breiten- als auch der Leistungssport habe eine überragende Bedeutung für das Land. Zudem passe der Sportbereich gut zu ihrem Ministerium. "Der Sport ist ohne das große ehrenamtliche Engagement vieler Tausend Freiwilliger nicht denkbar. Und in den Sportvereinen in unserem Land wird Integration tagtäglich ganz selbstverständlich gelebt", sagte sie. Dreses Ressort hatte bei der Regierungsbildung 2016 den Bereich Gesundheit an das CDU-geführte Wirtschaftsministerium abgeben müssen.

Die oppositionelle Linke wertet den neuerlichen Ressortwechsel des Fachgebietes Sport innerhalb der Landesregierung hingegen als Ausdruck einer ungeliebten Verantwortung. "Sport scheint das neue ministeriale Schmuddelkind zu sein und zum sprichwörtlichen Wanderpokal zu werden", sagte der sportpolitische Sprecher der Linksfraktion, Karsten Kolbe, im Landtag. Die Herausforderungen seien groß. Sie reichten von eklatanten Mängeln bei der Schwimmausbildung in Schulen über katastrophale Bezahlung von Trainern bis hin zur drohenden Schließung der Bundesstützpunkte für den Spitzensport in Kanu, Triathlon und Segeln in Neubrandenburg und Rostock.

Der Landessportbund baue weiter auf eine gute Unterstützung durch die Landesregierung, sagte Verbandspräsident Andreas Bluhm. "Veränderungen bieten auch immer die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Der Sport steht insgesamt vor großen Herausforderungen", betonte Bluhm unter Hinweis auf die Leistungssport-Reform des Bundes und den Sportstättenbau im Land.

Erst 2016 hatte das Bildungsressort den Sport vom Innenministerium übernommen. Beide damaligen Ressortchefs, Lorenz Caffier (CDU) und Birgit Hesse (SPD), galten als bekennende Anhänger des Sports. Hesse wechselte aber im Mai von der Spitze des Bildungsministeriums an die Spitze des Landtags.