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Landtag - Schwerin

Rechtsmediziner fordert Obduktionen bei unklaren Todesfällen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Schwerin (dpa/mv) - Der Greifswalder Rechtsmediziner Klaus-Peter Philipp fordert zur Aufklärung unklarer Todesursachen mehr Obduktionen in Mecklenburg-Vorpommern. Einer älteren Studie zufolge bleibt etwa jedes zweite Tötungsdelikt in Deutschland unentdeckt, wie Philipp am Montag in Schwerin vor der Expertenkommission des Landtags zur Bestattungskultur in Mecklenburg-Vorpommern sagte. In Deutschland erfolge nur in rund drei Prozent aller Todesfälle eine Obduktion.

Europaweit seien es 15 Prozent, in Skandinavien mehr als 30 Prozent. Er befürwortete eine amtsärztliche Verwaltungsobduktion in unklaren Fällen. Der Vorsitzende der Landes-Ärztekammer, Andreas Crusius, plädierte für eine Obduktionsquote von 100 Prozent. Die Kenntnis der genauen Todesursachen wäre wichtig für eine bessere Prävention. Philipp sprach sich zudem für ein bundeseinheitliches Leichenschaurecht aus.