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Landtag - Schwerin

"Jugend fragt nach": Wahl mit 16 und Abi nach 13 Schuljahren

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Schwerin (dpa/mv) - Das Wählen schon mit 16 Jahren und das Abitur nach 13 statt bisher 12 Schuljahren sind Anliegen, die Jugendliche immer wieder an die Landespolitik herantragen - bislang vergeblich. Bei der jüngsten "Jugend fragt nach"-Beteiligungsaktion im Landtag mit 50 jungen Menschen vergangene Woche haben sie diese beiden Forderungen erneut vorgebracht, wie Teilnehmer am Dienstag berichteten.

Bei der jüngsten Europawahl sei der Flickenteppich des Wahlrechts deutlich geworden, sagte Antonia Huhn aus Greifswald. In Österreich dürften 16-Jährige mitwählen, in Deutschland nicht. "Wir fordern die Runtersetzung des aktiven und passiven Wahlalters auf 16 Jahre in ganz Europa für alle Wahlen."

Vom Abi erst nach 13 Schuljahren erhoffen sich die Jugendlichen mehr Zeit zur intensiven Aneignung, Übung und Festigung des Lernstoffs. Außerdem wünschen sie sich mehr lebenspraktische Themen in der Schule, wie Bewerbungen schreiben und Steuererklärung machen bis hin zum Wäschewaschen.

In Sachen Umweltschutz erhoben sie ebenfalls Forderungen, etwa nach einem kostenlosen Schülerticket für den Öffentlichen Nahverkehr. Der Bau von Radwegen sollte aus ihrer Sicht zur Pflichtaufgabe der Kommunen gemacht werden. Toni Benedict Stricker (17) aus Schwerin sagte, die Gespräche mit Abgeordneten seien interessant gewesen. Jedoch habe er eine "gewisse Defensivhaltung gegenüber Themen, die uns wichtig waren" festgestellt, etwa beim Thema Nachhaltigkeit.

Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD) begrüßte die jährlich wechselnden Veranstaltungen "Jugend im Landtag" und "Jugend fragt nach". Es sei wichtig, dass sich die jungen Leute zu Wort meldeten, denn im Landtag säßen vergleichsweise wenige Jüngere. "Wir sind gut beraten, auf die Jugendlichen zu hören", sagte sie.