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Landtag - Schwerin

Backhaus hofft auf Nachwuchs für die Küstenfischerei

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Schwerin (dpa/mv) - Fangbeschränkungen in der Ostsee und hohe Arbeitsbelastung erschweren nach den Worten von Agrarminister Till Backhaus (SPD) die Nachwuchsgewinnung in der Kutter- und Küstenfischerei des Landes. "Inzwischen sind mehr als die Hälfte aller Fischer im Land älter als 60 Jahre. Das ist ein echtes Problem", sagte Backhaus am Donnerstag im Landtag in Schwerin. Die Fischerei gehöre aber zu Mecklenburg-Vorpommern und sei trotz des massiven Strukturwandels ein Wirtschaftszweig mit Perspektive, betonte Backhaus und äußerte die Hoffnung, dass sich wieder mehr junge Menschen für diesen Beruf entscheiden. In der Binnenfischerei zeichne sich bereits ab, dass der Generationswechsel gelinge.

Nach Angaben des Ministers betrug die Heringsquote in Mecklenburg-Vorpommern vor 20 Jahren noch 61 000 Tonnen, liege heute aber nur noch bei knapp 3000 Tonnen. Die Dorschquote sei von 3000 auf 1000 Tonnen im Jahr reduziert worden. Zur Kompensation von Erlösausfällen stünden in diesem Jahr für die Kutter- und Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern 2,3 Millionen Euro bereit.

Die Debatte kam auf Antrag der AfD-Fraktion zustande. Darin forderte sie unter anderem Vergünstigungen für Betreiber kleinerer Schiffe, und die Befischung innerhalb der Nationalparkzonen für Fahrzeuge unter zehn Metern Länge weiterhin zuzulassen. Der Antrag fand keine Mehrheit.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums hatte es 1989 im Nordosten noch 1390 Haupterwerbsfischer gegeben. 2018 habe es nur noch 230 gegeben. Dazu kamen 132 Fischer im Nebenerwerb.