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Landtag - Saarbrücken

Antisemitismus-Beauftragter fordert Ergänzung der Ausbildung

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Saarbrücken (dpa/lrs) - Der erste Antisemitismus-Beauftragte des Saarlandes, Roland Rixecker, möchte Ausbildungsinhalte für Staatsdiener, Juristen und Mediziner ergänzen. "Mir geht es darum, zu integrieren, was Antisemitismus ist, woran man ihn erkennt und darauf aufmerksam zu machen, dass jüdische Mitbürger aus der Geschichte heraus vielleicht eine niedrigere Verletzungsschwelle haben als andere", sagte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Anfang Juli treffe er sich dazu mit Verantwortlichen der Fachhochschule für Polizei und Verwaltung. Ähnliche Gespräche habe er bereits geführt mit der Fakultät für Rechtswissenschaft, geplant seien sie zudem mit der medizinischen Fakultät.

Darüber hinaus will Rixecker, der Präsident des Saarländischen Verfassungsgerichtshofes ist, nach Berliner Vorbild eine Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus einrichten, um Pöbeleien, Drohungen und Beleidigungen zu dokumentieren.

Nach Ansicht von Richard Bermann, dem Vorsitzenden der Synagogengemeinde Saar, der 870 Mitglieder angehören, sei auch das Saarland von Antisemitismus betroffen. "Auch hier gibt es Judenfeindlichkeit seitens Rechtspopulisten, Neonazis, Islamisten, linker Antizionisten, aber auch aus dem gutbürgerlichen Milieu."