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Landtag - Potsdam

CDU-Generalsekretär gegen jede Zusammenarbeit mit AfD

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Potsdam (dpa/bb) - Wenige Monate vor der Landtagswahl in Brandenburg hat der Generalsekretär der Brandenburger CDU, Steeven Bretz, noch einmal deutlich eine Koalition mit der AfD abgelehnt. "Ich schließe jede Zusammenarbeit mit der AfD aus", sagte er während einer Vorstellung der CDU-Wahlkampfzentrale am Donnerstag in Potsdam. Damit spreche er für die gesamte Brandenburger CDU.

Sachsen-Anhalts stellvertretender CDU-Landtagsfraktionschef Ulrich Thomas hatte am Donnerstag eine neue Debatte über den Umgang seiner Partei mit der AfD ausgelöst. "Wir sollten eine Koalition jedenfalls nicht ausschließen", sagte Thomas der "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstag). "Stand jetzt ist sie nicht möglich - wir wissen aber nicht, wie die Lage in zwei oder fünf Jahren ist." "Wer will, dass die AfD stärker wird, der muss genau diese Diskussion führen", sagte Bretz mit Blick nach Sachsen-Anhalt.

Der Brandenburger AfD-Landeschef Andreas Kalbitz rechnet mit einem offeneren Umgang der CDU mit seiner Partei. "Ich bin zuversichtlich: Der Ton der CDU wird sich ändern", sagte Kalbitz, der auch Beisitzer im AfD-Bundesvorstand ist.

Bei der Vorstellung der CDU-Wahlkampfzentrale machte die Partei deutlich, sie wolle auf noch mehr Kontakt zu den Brandenburgern im Wahlkampf setzen. "Wir suchen das Gespräch mit den Menschen im Land", sagte Bretz. Vom 30. Juni bis zum 10. August will Spitzenkandidat Ingo Senftleben dafür mit der "Bock auf Brandenburg-Tour" durch das Land ziehen. Neben Strecken, die der CDU-Mann zu Fuß zurücklegen will, sollen Kanutouren im Spreewald, der Besuch von Volksfesten und Campingplätzen gehören. Anlass ist das Gedenkjahr zum 200. Geburtstag des märkischen Dichters Theodor Fontane, der für seine "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" bekannt ist.

Die Tour startet auf dem höchsten Berg im Land, dem Kutschenberg in Südbrandenburg, und führt Senftleben im Uhrzeigersinn durch die Mark. Enden soll die Reise auf der höchsten Erhebung des Landes, der Heidehöhe.

"Wir wollen den Menschen nicht mit großen Wahlkampfveranstaltungen auf die Nerven gehen", sagte Bretz. Deshalb habe man sich für die Tour entschieden. Bei seiner Wanderung wolle Senftleben aber nicht spontan an Haustüren klingeln. Die Partei setze auf spontane Aufeinandertreffen, "wenn die Situation es eben hergibt", sagte Bretz. Für den Wahlkampf hat sich die CDU eine Berliner Werbeagentur ins Boot geholt, die auch schon die CDU in Bremen auf ihrem Wahlkampf begleitet hat. Dort hatte die SPD bei der Bürgerschaftswahl Ende Mai erstmals seit Jahrzehnten die Mehrheit an die CDU verloren.

Große Auftritte soll es dann in den letzten drei Wochen des Wahlkampfes geben. Besuche von Ministerpräsidenten wie Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen), Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der CDU-Vorsitzenden Annegret-Kramp-Karrenbauer, diese gleich mehrmals, seien geplant. Bis dahin gehe es eher darum, die Schönheit Brandenburgs zu erkunden, sagte Bretz.

Mit der Kampagne gehe die Partei einen neuen Weg und unterscheide sich "grundlegend von vorherigen", sagte Bretz. Auf den CDU-Wahlplakaten blickt einem Senftleben mit Hemd und hochgekrempelten Ärmeln entgegen. Darunter stehen Sprüche wie: "Ich bin kein Landei. Und das ist auch gut so". Oder "Ärzte statt Tote Hosen. Mehr Mediziner aufs Land!".