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Landtag - Magdeburg

Linke fürchtet deutliche Verschärfung des Lehrermangels

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Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt steht aus Sicht der oppositionellen Linken vor einer deutlichen Verschärfung des Lehrermangels. Von den zuletzt ausgeschriebenen 900 Stellen habe nur rund die Hälfte besetzt werden können, sagte Linken-Bildungsexperte und Fraktionschef Thomas Lippmann am Freitag im Magdeburger Landtag. Das werde dazu führen, dass im nächsten Schuljahr noch weniger Lehrer vor den Klassen stehen würden. "Der Sinkflug der Unterrichtsversorgung geht ungebremst weiter", sagte Lippmann.

Nach Angaben des Bildungsministeriums gibt es noch keine abschließenden Zahlen zur jüngsten Ausschreibungsrunde. Derzeit seien rund 500 der 900 Stellen besetzt, sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU). Es liefen aber noch Nachausschreibungen. Die Suche nach Lehrern sei eine enorme Herausforderung. Er verwies auf die Konkurrenz mit den Nachbarbundesländern, von denen viele ebenfalls händeringend nach mehr Pädagogen suchen. CDU-Bildungspolitikerin Angela Gorr räumte ein, dass die Unterrichtsversorgung absehbar weiter sinken werde.

Auch der wachsende Anteil von Seiteneinsteigern im Lehrerberuf sei eine Herausforderung. Außerdem fehle ein Konzept für deren Qualifizierung. "Sie werden ins kalte Wasser geschmissen." Die Folge sei, dass viele Seiteneinsteiger nicht lange durchhielten und den Beruf wieder aufgäben. Das verschärfe den Lehrermangel weiter, sagte Lippmann.