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Kommunen - Stuttgart

Staatliche Stellen suchen dringend Personal

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Stuttgart (dpa/lsw) - Die staatlichen Stellen in Baden-Württemberg suchen händeringend Personal. Ende Mai wurden 3218 offene Stellen bei den Behörden der Kommunen, des Land und des Bund im Südwesten gemeldet, nach 2529 Anfang des Jahres 2018, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mitteilte. Warum die Zahlen wieder angestiegen sind, konnte die Arbeitsagentur nicht genau erklären. Sie vermutet aber, dass bei Stellenbesetzungen häufig Konkurrentenklagen durch Schwerbehinderte eingelegt werden und die Stellen bis zur Klärung erst einmal unbesetzt bleiben.

Vor dem Hintergrund der Nachwuchssorgen startete der Städtetag Baden-Württemberg bereits 2016 die Kampagne "Wir machen’s öffentlich". Inzwischen machen über 50 Städte mit. Gudrun Heute-Bluhm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Südwest-Städtetags, sagte: "Auch wenn die Städte untereinander um die besten Köpfe konkurrieren, sollten die Gemeinsamkeiten betont und so die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber privaten Unternehmen, die insbesondere hier in Baden-Württemberg sehr bedeutend sind, gestärkt werden." Die Kampagne solle nun in den digitalen Medien fortgesetzt werden. Allein in Baden-Württemberg sind rund 242 000 Menschen bei den Kommunen beschäftigt. Sie gehören damit zu den größten Arbeitgebern im Land. Gesucht werden von den Kommunen vor allem Erzieher, Sozialarbeiter und auch Angestellte für die Verwaltung.

Die Gewerkschaft Verdi kann der Kampagne durchaus etwas Positives abgewinnen. "Schön, wenn die Arbeitgeber dies nun auch in Kampagnen würdigen. Schade, dass ihnen das erst einfällt, wenn Personalmangel herrscht, und sehr schade, dass sie es in Tarifverhandlungen auch gern mal wieder vergessen", sagte Vize-Landeschefin Hanna Binder. Sie forderte die Kommunen auf, mehr auszubilden. "Wer gut, breit und viel ausbildet, hat in der Regel weniger Personalsorgen." Manche Kommunen hätten so viele Aufgaben ausgelagert oder fremd vergeben, dass sie deutlich weniger Handlungsspielraum und deshalb auch weniger interessante Tätigkeiten anbieten könnten als andere.