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Kommunen - Sömmerda

MDR: US Army will sich am Thüringentag beteiligen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Erfurt/Sömmerda (dpa/th) - US-Streitkräfte wollen sich nach einem MDR-Bericht am "Thüringentag" Ende Juni in Sömmerda beteiligen. Eine Sprecherin des Hauptquartiers der US-Armee in Europa mit Sitz in Wiesbaden sagte MDR Thüringen, die US Army würde sich gerne gemeinsam mit der Bundeswehr bei dem Ereignis präsentieren. Vorstellbar seien Auftritte einer Militärband sowie von Sanitätskräften im Rahmen der geplanten "Blaulichtmeile". Kampffahrzeuge wolle man nicht zeigen. Die US Army sei mit der Bundeswehr darüber im Gespräch.

"Wir hoffen, dass unser Wunsch offen aufgenommen wird", sagte die Sprecherin dem Sender. Sie verwies darauf, dass die US Army bereits am "Tag der Sachsen" 2018 in Torgau teilgenommen habe und sich auch an der diesjährigen Veranstaltung in Sachsen im September in Riesa beteiligen wolle. Laut der Sprecherin sind Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt Durchfahrtsländer bei Übungen wie "Atlantic resolve". Deshalb wolle sich das US-Militär den Menschen im Land zeigen und auf die enge Zusammenarbeit mit dem Nato-Partner Deutschland hinweisen.

Im Rahmen von "Atlantic resolve" trainiert das US-Militär seit 2014 mehrmals pro Jahr das Verlegen von Tausenden Soldaten und Fahrzeugen aus den USA innerhalb weniger Tage nach Osteuropa. Thüringen war zuletzt im Mai 2018 Durchfahrtsland für eine solche Verlegungsübung. Die Bundeswehr und die Stadt Sömmerda bestätigten auf MDR-Anfrage, von dem Wunsch der US Army zu wissen. Eine gemeinsame Planung gebe es aber nicht, teilte ein Sprecher des Bundeswehr-Landeskommandos Thüringen mit. Die Bundeswehr selbst will den Angaben zufolge mit Personal und Technik beim Thüringentag dabei sein. Die Bundeswehr wolle darüber informieren, welche Hilfe sie im Katastrophenfall leisten könne, sagte der Sprecher des Landeskommandos in Erfurt.

Sömmerdas Bürgermeister Ralf Hauboldt (Die Linke) äußerte sich zurückhaltend zu dem Wunsch der US Army. Die Stadt freue sich über das Interesse. Allerdings seien die räumlichen Kapazitäten des Landesfestes in Sömmerda begrenzt. "Gemäß unseren Grundsätzen möchten wir zuerst unseren lokalen Partnern die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und ihre Arbeit vorzustellen", erklärte der Bürgermeister. "Die Dimensionen des US-Militärs übersteigen unsere logistischen Möglichkeiten." Die Beteiligung einer US-Militärband könne er sich jedoch vorstellen.