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Kommunen - Potsdam

Woidke zu Umsiedlungsdebatte: Alter Wein in neuen Schläuchen

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Cottbus (dpa/bb)- Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat verärgert auf die Ökonomen-Vorschläge zur Umsiedlung von Bewohnern kleiner Dörfer reagiert. "Das ist immer wieder alter Wein in neuen Schläuchen, das kommt aus diesem und jenem Institut seit 30 Jahren", sagte Woidke der Deutschen Press-Agentur am Montag in Cottbus. Er reagierte damit auf Äußerungen von führenden Ökonomen in der "Welt am Sonntag." Auch die "Märkische Oderzeitung" hatte über die Ideen berichtet.

Die Wissenschaftler, darunter Experten des Leibnitz-Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle und des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) in München, hatten sich in der Zeitung über die Bevölkerungsentwicklung vor allem in Ostdeutschland geäußert. Ihrer Ansicht nach ist die Abwanderung aus Ostdeutschland und das damit einhergehende Verschwinden ganzer Dörfer nicht mehr zu verhindern. Die Ökonomen forderten deshalb ein Ende der Förderung des ländlichen Raums durch den Staat.

Woidke ist gegenteiliger Meinung: "Nicht weg vom Land, sondern aufs Land. Das ist der Trend", sagte er. Ziel müsse es sein, die ländlichen Räume attraktiv zu halten. Das sei auch im Sinne der Menschen, die in der Stadt wohnten. Die aktuellen Probleme und Herausforderungen der Städte nähmen noch deutlich zu, wenn der "Run auf die Großstädte" anhalte, so Woidke.

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Brandenburger CDU, Ingo Senftleben, in der "Märkischen Oderzeitung". Es fehle vielen Gemeinden in Brandenburg an Bauland, weil die Nachfrage steige.