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Kommunen - München

Beratungsstelle soll Kommunen und Muslimen zusammenbringen

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München (dpa/lby) - Für eine bessere Zusammenarbeit von Kommunen und Muslimen im Freistaat soll ab dem neuen Jahr eine Beratungsstelle in München sorgen. Angesiedelt wird die Einrichtung "Islamberatung in Bayern. Brückenbauer zwischen muslimisch geprägten Lebenswelten und Kommunen" ab dem 1. Januar bei der Eugen-Biser-Stiftung, wie die Verantwortlichen am Donnerstag in München erklärten. Das kostenlose Angebot richtet sich unter anderem an Mitarbeiter in den Verwaltungen, an Bürgermeister und muslimische Verbände.

Viele Politiker und Beamte auf kommunaler Ebene stießen an ihre Grenzen, wenn es um muslimische Traditionen gehe, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Er stellte die Frage in den Raum, woher ein Bürgermeister wissen solle, wie eine richtige Bestattung im Islam ablaufe und ob das die Friedhofsordnung erlaube. Er sehe in der neuen Einrichtung eine Chance für Aufklärung, gegenseitiges Verständnis und einen guten Beitrag zur Integration.

Eine Studie der Stiftung hatte ergeben, dass Kommunen und muslimische Verbände zu wenig über die jeweiligen Arbeitsweisen, Strukturen und Ansprechpartner der anderen Seite wüssten. Unwissenheit gegenüber muslimischen Traditionen erschwere oft die Zusammenarbeit vor Ort.

Der Vorsitzende des Münchner Forums für Islam, Benjamin Idriz, warf der Staatsregierung vor, die ausgetreckte Hand der Muslime in vielen Fällen nicht zu ergreifen. Er hoffe, die neue Beratungsstelle helfe auch eine Kooperation der Staatsregierung mit der muslimischen Gesellschaft aufzubauen. Herrmann betonte, er habe schon etliche Moscheen besucht.

In Baden-Württemberg wurde eine ähnliche Stelle bereits 2015 ins Leben gerufen. Dort gab es nach Angaben der zuständigen Robert-Bosch-Stiftung mehr als 130 Beratungen.