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Kommunen - Mainz

Dreikampf um den Chefsessel im Mainzer Rathaus

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Mainz (dpa/lrs) - Bei der Oberbürgermeisterwahl in Mainz zeichnet sich ein Dreikampf der Kandidaten von SPD, CDU und Grünen ab. Nach dem parteilosen Nino Haase (35) für die CDU und der grünen Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner (52) erklärte am Mittwoch auch der 52-jährige Amtsinhaber Michael Ebling seine Kandidatur. Er denke, dass bei der OB-Wahl die Persönlichkeit der Bewerber höher wiege als die Parteizugehörigkeit, sagte Ebling, der am Dienstagabend einstimmig vom Vorstand der Mainzer SPD nominiert wurde. Die endgültige Entscheidung für die Kandidatur zur OB-Wahl am 27. Oktober trifft eine SPD-Vertreterversammlung im August.

Die erste Halbzeit sei mit sichtbaren Erfolgen im Stadtbild abgeschlossen, sagte Ebling mit Blick auf seine erste Amtszeit seit 2012. "Ich freue mich aber auch darauf, wieder loslaufen zu dürfen für die zweite Halbzeit." Er habe den Respekt vor der Aufgabe nie verloren, betonte der SPD-Politiker. Mit dem Klimawandel, der Digitalisierung, einem zunehmenden regionalen Wettbewerb und einer älter werdenden Bevölkerung gebe es neue Herausforderungen.

"Ich möchte verlässlich Kurs halten und neue Akzente setzen", sagte das 52 Jahre alte Stadtoberhaupt in einem Biergarten am Kulturzentrum KUZ. Dabei nannte er neben 400 sozial geförderten Wohnungen zusätzlich im Jahr und einer Begrenzung der Mietsteigerung auch die Entwicklung eines neuen Stadtteils zwischen Hechtsheim und Ebersheim.

Ebling plädierte für eine dem Klimaschutz verpflichtete Stadtentwicklung und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs mit dem Anspruch, "dass wir eine Modellregion werden für vorbildliche Mobilität in Deutschland". Er sprach sich für eine neue Straßenbahnlinie zwischen Mainz und Wiesbaden aus und nannte neben autonom fahrenden Kleinbussen auch eine elektrisch betriebene Rheinfähre. "Ich weiß, dass dieses Amt viel verlangt, ich bin bereit dazu, ich bin Mainzer und nach wie vor beseelt von dieser tollen Stadt."

Bei der OB-Wahl im März 2012 erhielt Ebling in der ersten Runde 40,5 Prozent, in der Stichwahl gegen den Grünen-Kandidaten Günter Beck 58,2 Prozent.