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Kommunen - Hannover

OB-Wahl in Hannover: Grüne rechnen sich Chancen auf Sieg aus

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Hannover (dpa/lni) - Die Grünen wollen bei der Oberbürgermeisterwahl in Hannover mit dem Landtagsabgeordneten Belit Onay als Kandidaten die SPD-Vorherrschaft in der Landeshauptstadt beenden. "Ich glaube, dass wir mit Belit Onay guten Chancen haben, die Oberbürgermeisterwahl zu gewinnen", sagte die Grünen-Fraktionschefin Freya Markowis am Freitag. "Es ist ganz klar, dass wir auf Augenhöhe mit CDU und SPD stehen." Der 38 Jahre alte Jurist sitzt seit 2013 im Landtag und war davor Mitglied der grünen Ratsfraktion in Hannover. Er will die Nachfolge von Stefan Schostok (SPD) antreten, der nach einer Untreueanklage zurückgetreten war.

Bei seiner Vorstellung nannte Onay als wichtige Themen das Klima, eine Verkehrswende, bezahlbaren Wohnraum und eine für alle Schichten zugängliche Bildung. "Ich will eine blühende Stadt Hannover", sagte Onay. "Vielfalt ist die Stärke unserer Stadtgesellschaft." Drohende Fahrverbote für Dieselautos wegen zu hoher Luftverschmutzung in Hannover gelte es zu verhindern, sagte Onay. Vielmehr müsse die Stadt etwa mit einer Stärkung des Radverkehrs für bessere Luft sorgen.

Die Neuwahl des Oberbürgermeisters am 27. Oktober wird nötig, weil die Staatsanwaltschaft den bisherigen Oberbürgermeister Schostok wegen schwerer Untreue angeklagt hat. Er soll von unzulässigen Gehaltszulagen für Spitzenbeamte gewusst und diese nicht gestoppt haben. Schostok beantragte seine Versetzung in den Ruhestand.

Die CDU Hannover hat den Ex-Vorstandschefs von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN), den parteilosen Ingenieur Eckhard Scholz (55), als Kandidaten vorgeschlagen. Die SPD tritt mit Ex-Finanzdezernent Marc Hansmann (49) an, der vor zwei Jahren als Vorstandsmitglied zu den Stadtwerken gewechselt war. In der Nachkriegszeit haben bisher stets die Sozialdemokraten den Rathauschef in Hannover gestellt. Bei der Europawahl kamen die Grünen in Hannover auf 31,1 Prozent vor der CDU mit 19,7 Prozent und der SPD mit 19,5 Prozent der Stimmen.