bedeckt München 21°

Kabinett - Schwerin

Kabinett beschließt beitragsfreie Kita

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Schwerin (dpa/mv) - Die ab 2020 geplante Befreiung der Eltern in Mecklenburg-Vorpommern von den Kita- und Hortbeiträgen hat eine weitere Hürde genommen. Das Kabinett beschloss am Dienstag die kostenfreie Kinderbetreuung von der Krippe und Tagespflege bis zum Hort zum 1. Januar 2020. Der Gesetzentwurf werde im April in den Landtag eingebracht, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in Schwerin. "Das ist ein bedeutsamer Tag für die Familien im Land." Mecklenburg-Vorpommern sei das erste Bundesland, das die Beiträge für die Kita vollständig abschaffe und dazu noch den Hort einbeziehe.

Aktuell zahlen Eltern in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich 122 Euro für einen Krippenplatz und zwischen 65 und 95 Euro für die Kindergartenbetreuung (Ganztagsplatz). Im Hort wurden bisher im Schnitt 90 Euro fällig.

Diese Beträge sollen nun für alle 110 000 Kinder, die gegenwärtig betreut werden, wegfallen, hieß es. Allerdings trägt der Staat bereits jetzt für knapp ein Drittel der Kinder die Elternbeiträge aus sozialen Gründen.

Das Land will für die Beitragsbefreiung und für Qualitätsverbesserungen rund 144 Millionen Euro ausgeben. So sollen die Erzieher mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Angebote bekommen. Damit soll es gelingen, die bereits im Kita-Gesetz formulierten Standards Wirklichkeit werden zu lassen.

Das Land trägt künftig 54,5 Prozent der Betreuungskosten, wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) betonte. Das sei mehr als zunächst vorgesehen. Außerdem würden die Kommunen und Kita-Träger von Bürokratie entlastet.

Die Opposition begrüßte zwar die Einführung der kostenfreien Kita. Die Linke vermisst jedoch Verbesserungen bei der Qualität. Die Gruppen in den Kitas müssten kleiner werden, forderte die familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt. Der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes, kritisierte, Mecklenburg-Vorpommern bleibe beim Betreuungsschlüssel bundesweites Schlusslich. In keinem anderen Bundesland kämen so viele Kinder auf einen Erzieher wie im Nordosten.