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International - Hannover

Ministerpräsident Weil spricht mit Moskaus Bürgermeister

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hannover/Moskau (dpa/lni) - Zum Abschluss seiner Russland-Visite ist Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag mit dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin zusammengetroffen. Bei dem Gespräch habe es interessante Ansätze über eine Zusammenarbeit der Messegesellschaften in Moskau und Hannover gegeben, schrieb Weil anschließend auf Facebook. Der 60-jährige Sobjanin ist ein langjähriger Weggefährte von Präsident Wladimir Putin.

Am Morgen hatte Weil mit russischen Sozialwissenschaftlern über aktuelle Probleme diskutiert. "Es gibt in Russland derzeit eine hitzige Debatte über die Rentenpolitik", schrieb der Ministerpräsident. Putin hatte Anfang Oktober ein umstrittenes Gesetz zur Rentenreform unterzeichnet. Nach der Neuregelung steigt das Eintrittsalter in die Rente schrittweise um fünf Jahre. Frauen sollen demnach mit 60 in Rente gehen, Männer mit 65 Jahren. Bislang arbeiten Frauen in Russland offiziell maximal bis zum 55., Männer bis zum 60. Lebensjahr. Die Lebenserwartung russischer Männer liegt in manchen Regionen aber darunter. Viele von ihnen sterben, bevor sie in Rente gehen können. Die Neuregelung hatte Unmut in der Bevölkerung ausgelöst.

Vor seiner Rückreise nach Hannover traf Weil noch German Gref, der Russlands größtes Geldhaus Sberbank leitet. Der liberale Ex-Wirtschaftsminister ist der wohl wichtigste Banker in Russland und der einzige Vertreter der russischen Führung mit deutschen Wurzeln. "Alles in allem eine kurze, aber sehr sinnvolle Reise nach Russland in schwierigen Zeiten", lautet Weils Fazit der Visite.