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Extremismus - Mainz

Mehrere Moscheen werden vom Verfassungsschutz beobachtet

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Mainz/Koblenz (dpa/lrs) - Die Verfassungsschützer in Rheinland-Pfalz nehmen eine niedrige zweistellige Zahl an Moscheen wegen Extremismusverdachts unter die Lupe. "Bei ihnen gibt es Anhaltspunkte für die Zugehörigkeit oder Nähe zu den im Verfassungsschutzbericht genannten Organisationen oder zur Strömung des Salafismus", teilte das Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur in Mainz auf Anfrage mit. Die vom Verfassungsschutz beobachteten Vereine verteilen sich demnach auf unterschiedliche Städte und Regionen des Landes.

Ein Beispiel ist laut Ministerium der Verein der islamischen Kultur Koblenz mit der angegliederten Abu Bakkr-Moschee. Dem Verfassungsschutz liegen Erkenntnisse über Bezüge des Vereins zur Muslimbruderschaft und in geringerem Maße zum Salafismus in seiner politischen und gewaltfreien Ausprägung vor.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte im Februar im Landtag gesagt, auch neuere Predigten enthielten zum Beispiel polarisierende Elemente und negative Äußerungen über Andersgläubige. Es gebe Bezüge zur Muslimbruderschaft. Zudem seien auch Aktivitäten in der Flüchtlingsarbeit bekannt.

Die Sicherheitsbehörde beobachtet Moscheen nur, wenn tatsächlich Anhaltspunkte für den Verdacht extremistischer Bestrebungen vorliegen, geht aus der Antwort des Wissenschaftsministeriums auf eine Anfrage aus der CDU-Landtagsfraktion hervor.

Der Salafismus ist eine extrem konservative Strömung des Islams. In Rheinland-Pfalz geht der Verfassungsschutz bisher von 200 Salafisten aus. Dies ist ein Bruchteil der Zahl der Muslime in Rheinland-Pfalz.

Rund etwa 160 000 Menschen bekennen sich zwischen Westerwald und Pfalz zum muslimischen Glauben. Sie sind nach den beiden großen christlichen Kirchen die drittgrößte Glaubensgemeinschaft. Etwa 120 Moscheegemeinden gibt es im Land.