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Extremismus - Magdeburg

Sachsen-Anhalt nimmt Antisemitismus stärker in den Blick

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Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt will beim Thema Antisemitismus genauer hinschauen und Betroffenen gezielter helfen. Ziel sei eine Anlaufstelle für Betroffene, die Hilfe biete oder vermittle, sagte Wolfgang Schneiß, der seit gut drei Monaten Ansprechpartner des Landes für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus ist. Zudem sollten antisemitische Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsgrenze erfasst werden - möglichst nach bundeseinheitlichen Kriterien. Schneiß erarbeite in diesem Jahr Ideen für die künftigen Strukturen.

Hintergrund der Bemühungen sei eine bundesweite Entwicklung: "Es gibt eine ganz starke Diskrepanz in der Wahrnehmung zwischen den einen, die sagen: "So richtig gibt es das Thema ja gar nicht mehr" - und denen, die sagen: "Wir erleben das aber und es verändert sich was in den letzten Jahren". Das ist die große Sorge." Das sei auch der Anlass dafür gewesen, einen bundesweiten Antisemitismus-Beauftragten einzusetzen und Strukturen in den Ländern aufzubauen.