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Deutsches Maut-Aus: Niederländer in Grenzregion sind froh

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Assen (dpa/lni) - Die Niederländer in der Grenzregion haben erfreut auf das Aus für die geplante deutsche Pkw-Maut reagiert, gegen die es im Nachbarland heftige Proteste gegeben hatte. "Ich hoffe, dass die Deutschen nun zur Einsicht kommen", sagte der Bürgermeister des Grenzortes Oldenzaal, Patrick Welman, der Zeitung "Twentse Courant". "Wir sind in Europa auf einem guten Weg, die Grenzen aufzuheben und da würde eine Maut wieder neue Barrieren erzeugen."

Auch der Bürgermeister von Winterswijk, Joris Bengevoord, zeigte sich zufrieden. Für den Tourismus im Achterhoek wäre eine Maut ein schwerer Schlag gewesen. Viele Niederländer quartierten sich dort für einen Kurzurlaub ein, auch um Ausflüge nach Deutschland zu unternehmen. Eine Maut hätte solche Ausflüge und damit auch die niederländische Grenzregion unattraktiver gemacht, erklärte er der Zeitung.

Der Parlamentsabgeordnete Cees Bijl betonte den Zusammenhalt der Grenzregion. "In den Grenzgebieten haben wir einen freien Verkehr, in den Niederlanden erheben wir keine Maut", sagte er dem "Dagblad van het Noorden". "Wir möchten als Grenzregion ausdrücklich als ein Gebiet auftreten, da passt eine Maut einfach nicht zu."

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte die Pkw-Maut in Deutschland am Dienstag für rechtswidrig und diskriminierend erklärt. Gegen die Pläne hatten deutsche und niederländische Bürgermeister schon Ende 2016 an der Grenze demonstriert. Protestiert wurde auch mit einem Aufkleber "Halts Maut! Holländische Freunde zahlen nichts".