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EU - Erfurt

Juncker spricht sich für ein sozialeres Europa aus

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Erfurt (dpa/th) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich für eine Lohnangleichung zwischen Ost- und Westdeutschland ausgesprochen. "Ostdeutschland braucht höhere Löhne", sagte Juncker am Montag im Thüringer Landtag in Erfurt vor Studenten, Schülern und Landespolitikern. Seiner Meinung nach muss es für gleiche Arbeit am gleichen Ort auch den gleichen Lohn geben. "Die Würde der Arbeit ist ein Wert, den wir langsam aus den Augen verloren haben", mahnte Juncker. Man dürfe sich nicht wundern, wenn sich viele arbeitende Menschen von Europa abwendeten.

"Wir kommen in Europa nicht weiter, wenn wir uns dem Thema soziales Europa nicht in Riesenschritten annähern", sagte Juncker. Zu einem sozialen Europa gehöre die Angleichung der Löhne, "sofern sie produktivitätsmäßig abgefedert sind." Menschen, die mehrere Jobs machen müssten, um überhaupt bis zum Ende des Monats zurecht zu kommen - das sei nicht das Europa, von dem er träume.

"Europa ist nicht der Platz, wo Menschen, die arbeiten, fast genauso arm sind, als wenn sie nicht arbeiten würden. Deshalb bin ich dafür, dass wir überall in Europa einen Mindestlohn einführen." Allerdings könne der Mindestlohn nicht überall gleich hoch sein.

Es sei klar, dass zum Beispiel Unterschiede zwischen Luxemburg und Bulgarien bestünden. "Aber man muss dafür sorgen, dass jeder Anspruch auf einen Mindestlohn hat", sagte Juncker. Dieser muss seiner Meinung nach der Ausdruck für den Willen sein, jede Arbeit gerecht zu entlohnen.