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Vor neuem Gipfel mit Trump: Kim und Xi üben Schulterschluss

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Kim Jong Un und Xi Jinping begrüßen sich in der Großen Halle des Volkes in Peking. Nordkoreas Machthaber war in Peking, um seine Strategie mit der chinesischen Führung abzustimmen, bevor er beim zweiten Gipfeltreffen mit Trump über die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel verhandelt. Foto: KCNA/dpa

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Peking (dpa) - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat vor einem möglichen zweiten Treffen mit US-Präsident Donald Trump seine Nähe zur chinesischen Führung demonstriert.

Die Beziehungen beider Länder seien im vergangenen Jahr auf "ein neues Hoch" befördert worden, zitierte ihn Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag nach einem Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping in Peking.

Der chinesische Staats- und Parteichef sprach demnach von einem "neuen historischen Kapitel" in den Beziehungen. Der Besuch von Kim fand laut Xinhua in "freundschaftlicher Atmosphäre" statt.

Kim hatte bereits am Mittwoch seinen zweitägigen Besuch im Nachbarland beendet - den vierten innerhalb von zehn Monaten. Erste Information über den Inhalt der Gespräche veröffentlichte Peking aber erst am nächsten Tag, nachdem Kims grüner Sonderzug wieder die Grenze nach Nordkorea passiert hatte.

China ist mit Abstand Nordkoreas wichtigster Handelspartner und gilt als Lebensader für das ansonsten isolierte Land. Peking beteiligt sich zwar an den internationalen Strafen gegen Pjöngjang, weil es gegen Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel ist. Gleichzeitig wollen die Chinesen aber auch nicht, dass der Nachbar wirtschaftlich komplett kollabiert, was möglicherweise große Flüchtlingsströme zur Folge hätte.

Kim war in Peking, um seine Strategie mit der chinesischen Führung abzustimmen, bevor er beim zweiten Gipfeltreffen mit Trump über eine atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel verhandelt. Einen Termin für die geplante Zusammenkunft gibt es noch nicht.

Xi lobte anlässlich von Kims Besuch den "großen Fortschritt", der bei der Suche nach einer politischen Lösung des Konflikts der beiden koreanischen Nachbarstaaten gemacht worden sei. Er sehe eine "historische Chance" für eine Einigung, sagte Xi Jinping weiter.

Nach Angaben der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA nahm der chinesische Präsident eine Einladung Kims nach Pjöngjang an. Er werde Nordkorea zu passender Zeit besuchen.

Auch begrüßte China das Vorhaben weiterer Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und den USA. Xi verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich beide Staaten auf halben Weg treffen werden. Kim sagte dem Bericht zufolge, er wolle bei einem zweiten Treffen mit Trump Ergebnisse erreichen, die von der internationalen Gemeinschaft begrüßt werden. Nordkorea sei dankbar, dass China eine wichtige Rolle in dem Prozess spiele.

Ähnliche Beratungen zwischen China und Nordkorea hatte es bereits vor und nach dem historischen Gipfeltreffen Kims mit Trump im Juni in Singapur gegeben.

Trotz mangelnder Fortschritte bei der Abrüstung soll Trumps Zusammenkunft mit Kim in den kommenden Wochen stattfinden. Ort und Zeitpunkt sollen "möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft verkündet" werden, sagte Trump am Sonntag in Washington.

Angesichts der stockenden Verhandlungen rief Südkoreas Präsident Moon Jae In die USA und Nordkorea am Donnerstag dazu auf, stärker aufeinander zuzugehen. Nordkorea müsse "energischere Schritte zur Denuklearisierung" unternehmen, wenn es das Problem der internationalen Sanktionen lösen wolle, sagte Moon auf einer Pressekonferenz in Seoul. Die USA müssten ihrerseits entsprechende Maßnahmen ergreifen, die eine Abrüstung Nordkoreas unterstützten. Beide Seiten wüssten, was sie tun müssten.

Zwischen beiden Ländern herrsche seit Jahrzehnten Misstrauen und Feindseligkeit, sagte Moon. "Ich denke, dass ist auch der Grund, warum das zweite Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea bis heute hinausgezögert wurde."

Bei ihrem ersten Treffen in Singapur hatten sich Trump und Kim allgemein auf das Ziel einer atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel geeinigt. Doch konkrete Zusagen, bis wann das nordkoreanische Atomwaffenarsenal abgerüstet werden soll und wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten, blieben bisher aus.

Der jüngste Besuch Kims in Peking unterstreicht, wie sehr sich Nordkorea und China wieder angenähert haben. Die Atom- und Raketentests Nordkoreas erschütterten das Verhältnis im Jahr 2017. Die Beziehungen wurden seit Anfang 2018 wieder schnell besser, als Kim seine Annäherung an Südkorea einleitete und seine Provokationen einstellte.

In seiner Neujahrsansprache vor einer Woche drohte Kim mit einer Abkehr vom Annäherungskurs, falls die USA an ihren Sanktionen festhalten sollten. Er bekräftigte in seiner Rede zwar die Absicht zur atomaren Abrüstung und Fortsetzung der Gipfeldiplomatie. Doch warf er Washington vor, Zusagen nicht einhalten und Pjöngjang einseitige Abrüstungsschritte abpressen zu wollen.