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Bundesregierung - Templin

Kanzlerin Merkel nimmt Abschied von verstorbener Mutter

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Templin (dpa) - Bei einem bewegenden Trauergottesdienst im brandenburgischen Templin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Abschied von ihrer verstorbenen Mutter genommen. An der Zeremonie für Herlind Kasner in der voll besetzten Maria-Magdalenen-Kirche nahmen am Donnerstag auch Merkels Ehemann Joachim Sauer, ihre beiden Geschwister und andere Familienmitglieder teil. Unter den Trauergästen waren zudem Weggefährten, Freunde und ehemalige Kollegen Kasners, die am 6. April im Alter von 90 Jahren gestorben war.

Im Anschluss an den Gottesdienst sollte Merkels Mutter im engsten Familienkreis auf dem Friedhof beigesetzt werden. Dort befindet sich bereits das Grab ihres 2011 gestorbenen Mannes Horst, des Vaters der Kanzlerin.

Vor Beginn des Gottesdienstes verharrten viele Trauergäste kurz vor dem Sarg, verneigten sich und legten langstielige weiße und rosafarbene Rosen ab. Der schlichte Holzsarg war mit einem zarten Strauß aus lila Blumen und weißem Schleierkraut geschmückt und eingerahmt von großen weißen Kerzen.

Statt Blumen und Kränzen hatte die Familie um Spenden für das "Kirchlein im Grünen" in Alt Placht bei Templin gebeten. Dort war ein musikalisches Gedenken geplant.

Merkels Bruder Marcus Kasner erinnerte in einer Trauerrede an das Lebensmotto der Mutter, die Lehrerin war: "Menschen müssen bereit sein, ihr ganzes Leben zu lernen". Sie habe dies selbst immer beherzigt. Herlind Kasner werde durch ihre lebensfrohe Art vielen Menschen in Erinnerung bleiben, sagte Superintendent i.R. Werner Krätschell - ein Freund der Familie - in seiner Predigt.

Herlind Kasner war in ihrer Heimatstadt Templin tief verwurzelt und sehr bekannt. Viele Templiner kannten sie nicht nur als Mutter der Bundeskanzlerin. Sie war eine beliebte Lehrerin und gab bis zuletzt Englisch-Unterricht an der Volkshochschule.

Die Familie war 1954 aus Hamburg in den Osten gekommen. 1957 zog sie nach Templin in der Uckermark, wo Merkel mit ihren beiden Geschwistern aufwuchs. Bis heute ist die Kanzlerin der Stadt, die sie im Februar mit der Ehrenbürgerwürde ehrte, sehr verbunden. Sie hat hier immer noch ein Wochenendhäuschen.