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Bundespräsident - Greußen

Steinmeier macht ländlichen Regionen Mut

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Greußen/Sondershausen (dpa/th) - Wenn Menschen und Ideen zusammenkommen - dann kann laut Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Zukunft in ländlichen Räumen gestaltet werden. "Es gibt keine abgehängten Regionen, es gibt Regionen, die noch auf Ideen warten oder wo sich Ideen gerade in der Umsetzung befinden", sagte Steinmeier am Dienstag bei einem Besuch im thüringischen Greußen (Kyffhäuser-Kreis).

Unter dem Motto "Land in Sicht - Zukunft ländlicher Räume" bereist Steinmeier seit vergangenem Sommer strukturschwache Gegenden, um dort mit Vereinen, Unternehmen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Im Fokus stehen Themen wie Strukturwandel oder Demografie. In Nordthüringen machte das deutsche Staatsoberhaupt unter anderem bei einem Industrie- und Bergbauunternehmen in Nordhausen, einer Gemeinschaftsschule in Greußen und dem Erlebnisbergwerk in Sondershausen (beide Kyffhäuserkreis) Station.

Immer wieder betonte Steinmeier, dass auch strukturschwache oder ländliche Gegenden ihre Zukunft selbst gestalten können. Die Friedrich-von-Hardenberg-Gemeinschaftsschule in Greußen nannte Steinmeier als ein Beispiel dafür. Die Schule war früher ein Gymnasium. Im Jahr 2012 lernten nur noch 266 Schüler dort. In einem Modellprojekt entwickelten Lehrer, der Kyffhäuserkreis und das Land das Gymnasium zu einer Gemeinschaftsschule. Heute lernen rund 500 Jungen und Mädchen dort und können weiterhin mit dem Abitur abschließen.

Während seiner Tour durch Nordthüringen hörte Steinmeier oft zu, stellte gerade jungen Menschen viele Fragen. Etwa in Sondershausen, als er mit Jugendlichen zusammenkam, die sich im Kyffhäuserkreis in einem Jugendparlament engagieren. "Was sind denn die Themen, die euch unter den Nägeln brennen?", fragte Steinmeier. Mobilität schälte sich in der Diskussion als einer der wesentlichsten Punkte heraus.

Steinmeier sprach sich für eine "ausgewogene Förderung" des ländlichen Raumes aus. "Wir können den ländlichen Raum nicht räumen, wollen wir auch nicht", sagte Steinmeier. Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, hatte vor einiger Zeit die milliardenschweren Förderungen in den ostdeutschen Ländern kritisiert und damit eine Kontroverse ausgelöst. Steinmeier sagte, die Studie des IWH zeige, dass es sinnvoll sei, über die Effizienz staatlicher Förderung nachzudenken.

Es könne aber keine Entscheidung sein, den ländlichen Raum nicht mehr zu fördern. "Die Menschen brauchen Heimat, sie suchen Heimat und sie brauchen Lebensperspektive in der Gegend, in der sie wohnen", sagte Steinmeier.