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Bundespräsident - Chemnitz

TU-Rektor: Chemnitz nicht auf Übergriffe von 2018 reduzieren

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Chemnitz (dpa/sn) - Chemnitz darf nach Ansicht des Rektors der Technischen Universität, Gerd Strohmeier, nicht auf die rassistischen Übergriffe vom August 2018 reduziert werden. Zwar dürften die Ereignisse weder verharmlost, noch relativiert werden, sagte Strohmeier am Sonntag bei einem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. "Aber Chemnitz ist weder braun noch grau. Wir haben viel zu bieten, unter anderem eine TU, die weltoffen, tolerant und international sehr gut vernetzt ist." Mit einem Anteil von ausländischen Studierenden in Höhe von 25 Prozent an der Studentenschaft gehöre Chemnitz zu den internationalsten Hochschulen bundesweit. Rund 90 Länder seien hier vertreten, hieß es.

Strohmeier dankte dem Bundespräsidenten für seine deutlichen Worte, die er bei seinem Besuch im vergangenen November fand. "Das war wichtig für die Bürger und wichtig für diese Universität."

Chemnitz hatte im August 2018 international für Schlagzeilen gesorgt, als ein 35-jähriger Deutscher mutmaßlich von Asylbewerben erstochen wurde. Seit März steht ein Syrer wegen gemeinschaftlichen Totschlags vor Gericht. Nach der Tat gab es rassistisch motivierte Übergriffe und rechte Demonstrationen. Steinmeier hatte bei seinem Besuch im November sowohl das Verbrechen als auch die rechten Kundgebungen verurteilt.

Steinmeier würdigte die TU Chemnitz als Einrichtung, die große Bedeutung für die Stadt habe. "Und deren Erfolg mit an einem Stadtbild arbeiten kann, das sich zum positiven verändern soll und wird", so der Bundespräsident. Er erkundigte sich in Gesprächen mit Wissenschaftlern, Professoren und Studenten über Angebote für ausländische Studenten und fragte auch nach möglichen Konsequenzen nach den Ereignissen. Zuvor hatte Steinmeier die Bundessieger des Wettbewerbs "Jugend forscht" in Chemnitz ausgezeichnet.