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Atom - Remlingen

Die Linke fordert Sonderbeauftragten für Atommülllager Asse

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Remlingen/Salzgitter (dpa/lni) - Angesichts der gestiegenen Wasserzuflüsse in das Atommülllager Asse hat die Partei Die Linke die niedersächsische Landesregierung aufgefordert, einen Sonderbeauftragten einzusetzen. "Die Meldung von Rekordwerten beim Wasserzufluss in der Asse hat bei vielen Menschen in der Region große Sorge ausgelöst. Es ist ein Alarmsignal, dass die Politik sehr ernst nehmen muss", sagte der aus dem Wahlkreis Wolfenbüttel stammende Linken-Bundestagsabgeordnete Victor Perli.

Der Linken-Landesvorsitzende Lars Leopold sagte: "Wir fordern die Landesregierung auf, einen Sonderbeauftragten für die Lösung von Niedersachsens größtem Umweltproblem einzusetzen." Das Tempo bei der Asse müsse erhöht werden, um eine Flutung oder einen Einsturz des Bergwerks zu verhindern.

In der Asse lagern seit Jahrzehnten 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Durch Risse im Salz und im umliegenden Gebirge läuft ständig Grundwasser in die Schachtanlage. Dieses wird ständig radiologisch untersucht, um eine Gefahr für Mensch und Umwelt auszuschließen. Es gibt den gesetzlichen Auftrag, die Schachtanlage stillzulegen. Die Abfälle sollen zurückgeholt werden, wenn das radiologisch und sicherheitstechnisch möglich ist.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hatte Anfang Juni erneut erhöhte Zuflüsse von Salzwasser gemeldet. Ähnliche Entwicklungen seien schon im Oktober und im Januar beobachtet worden, hieß es. Im Schnitt sei die Zuflussmenge um 1000 Liter höher als vor Oktober 2018, sagte BGE-Sprecherin Dagmar Dehmer am Sonntag der dpa. Auf den Tag hochgerechnet waren es in den vergangenen Wochen 12,5 Kubikmeter, am 1. Juni allerdings 21 Kubikmeter. Die Entwicklung sei schwer einzuschätzen, sagte die Sprecherin. Nach der Sommerpause werde die BGE eine Rückholskizze für die Abfälle veröffentlichen.