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Atom - Gorleben

Symbolische Abschlussbefahrung und Mauerabriss in Gorleben

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Gorleben (dpa/lni) - Nach jahrzehntelangem Streit um ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll in Gorleben ist der Erkundungsbereich des Bergwerks fast vollständig zurückgebaut. Bei einer symbolischen Abschlussbefahrung des Salzstocks wurde am Montag gezeigt, wie der sogenannte Offenhaltungsbetrieb aussieht. Dafür sind die Anlagen im Landkreis Lüchow-Dannenberg in eine Art Dornröschenschlaf versetzt worden. Außerdem wurde die Schutzmauer um das Bergwerk symbolisch geöffnet, sie soll in den kommenden Wochen fast vollständig abgerissen werden. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) übergab ein Teilstück an den Landkreis und die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg (BI), die seit Jahrzehnten gegen ein Endlager in Gorleben kämpft.

Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) hatte 1977 den Salzstock als Endlager vorgeschlagen. 2011 beschloss der Bundestag den Ausstieg aus der Atomenergie, auch andere mögliche Standorte sollen nun geprüft werden. Wichtige Einrichtungen im Salzstock wurden entfernt.

Die Landesregierung werde sich für eine faire und ergebnisoffene Suche ohne Vorfestlegungen einsetzen, sagte der niedersächsische Umweltstaatssekretär Frank Doods am Montag in Gorleben. Der Abriss der Mauer sei ein wichtiges Signal, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) in Hannover. "Die Entscheidung für Gorleben war falsch, der Weg dahin hätte so nie stattfinden dürfen."

"Wir sind immer noch besorgt, dass Gorleben bei der Endlagersuche die Nase vorn hat, weil das Bergwerk fertig ausgebaut ist und in einen Stand-by-Betrieb übergeht", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.