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Hitze in Deutschland bringt möglicherweise Temperaturrekord

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Bei noch sehr erträglichen Temperaturen um 29 Grad erfrischt sich ein junger Mann im Berliner Lustgarten an einem Brunnen. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen weiter steigen. Foto: Wolfgang Kumm

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Berlin (dpa) - Wird in dieser Woche ein Hitzerekord geknackt? Nachdem die Temperaturen am Dienstag noch einmal steigen sollen, rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch mit Werten von bis zu 40 Grad.

Dann könnte es hierzulande noch heißer werden als in Südeuropa, wie DWD-Meteorologe Andreas Friedrich am Montag in Offenbach sagte. Aller Voraussicht nach wird Mittwoch der bislang wärmste Tag des Jahres. Die 1947 in Frankfurt gemessene Junirekord-Temperatur von 38,2 Grad könnte in den nächsten Tagen geknackt werden.

Den Allzeit-Hitzerekord in Deutschland hält Kitzingen in Bayern: Sowohl am 5. Juli 2015 sowie am 7. August 2015 registrierte der DWD an der dortigen Messstation 40,3 Grad Celsius. "Es liegt im Bereich des Möglichen, dass auch dieser Rekord übertroffen wird", sagte Friedrich. Schließlich gehe es nur um wenige Zehntel Grad.

Die Vorhersage im Einzelnen: Am Dienstag wird verbreitet mit Temperaturen von 31 bis 36 Grad gerechnet, entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse können es sogar 38 Grad werden. An der Küste werden 29 Grad erwartet.

Am Mittwoch soll es abgesehen von einzelnen hohen Wolken sonnig werden, bei sehr geringem Schauer- und Gewitterrisiko. Im Südwesten - vom Saarland über das Rhein-Main-Gebiet und Nordbayern bis zum Niederrhein - können bis zu 40 Grad erreicht werden.

Somit stehen die Chancen in den kommenden Tagen gut, dass die 1947 in Frankfurt gemessene Junirekord-Temperatur von 38,2 Grad geknackt werden kann. Die Unwettergefahr sei laut Krüger hingegen bundesweit relativ gering durch die trockene Luftmasse.

Nach dem "ersten Hitzehöhepunkt" gehen die Temperaturen laut DWD am Donnerstag zwar leicht zurück, sie bleiben aber vom Niederrhein bis nach Oberfranken sowie südlich davon oberhalb der 30-Grad-Marke.

Dass es bereits im Juni zu den sehr heißen Temperaturen kommt, hat mehrere Gründe: "Aus Nordafrika strömt extrem heiße Luft in oberen Schichten nach Deutschland", erklärte DWD-Experte Friedrich. Hinzu komme der klare, wolkenfreie Himmel.

In den kommenden Tagen sollten Menschen auf sich und ihre Umgebung achten. Der Malteser Hilfsdienst weist darauf hin, dass es ab 37 Grad kritisch werde, besonders wenn es schwül sei. "Die Temperaturregelung des Körpers kann überfordert werden: Sonnenstich, Hitzschlag, Erschöpfung, Kreislaufversagen", sagte eine Sprecherin. Senioren, Babys und chronisch Kranke seien besonders gefährdet.

"Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Regelung der Körpertemperatur über das Schwitzen aufgrund der vergleichsweise geringen Körperoberfläche nur eingeschränkt möglich", sagte Malteser-Bundesarzt Rainer Löb. Bei älteren Menschen funktioniere die Wärmeregulierung nicht mehr so gut wie in jungen Jahren. "Das Durstgefühl ist oft gestört." Je nach Wetterlage vor Ort wollen die Malteser an den heißen Tagen die Einsatzbereitschaft im Rettungsdienst erhöhen.

In mehren europäischen Ländern kam es unterdessen zu Unwettern am Wochenende. Am Sonntagabend setzte starker Regen die serbische Hauptstadt Belgrad unter Wasser. Innerhalb einer Stunde fiel nach Medienberichten so viel Regen, wie normalerweise innerhalb eines Monats herunterkommt. Der Verkehr brach vielerorts zusammen. Auch der Westen der Schweiz und Teile Italiens wurden am Wochenende von Unwettern heimgesucht, Dutzende Menschen wurden bei Hagel verletzt.

In Griechenland dagegen brachen mehrere Wald- und Buschbrände aus. Der größte Brand tobte auf der Halbinsel Lagonisi rund 50 Kilometer östlich von Athen. Der Brandherd lag in der Nähe einer Wohngegend; die Einwohner etlicher Häuser wurden in Sicherheit gebracht. Bis Sonntag wurden die Flammen mit Löschflugzeugen und Hubschraubern gelöscht, wie die Feuerwehr mitteilte.

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