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Urteile - Koblenz

Lebenslange Haft wegen Mordes an Discobetreiber

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Koblenz (dpa/lrs) - Wegen eines nächtlichen Mordes an einem Discobetreiber hat das Landgericht Koblenz den Angeklagten am Dienstag zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Komplize erhielt einer Gerichtssprecherin zufolge wegen Beihilfe zum Totschlag eine siebenjährige Haftstrafe. Der mutmaßliche Täter hatte im Verfahren geschwiegen, sein Komplize dagegen beim Prozessauftakt seine Beteiligung gestanden. Er habe seinen russischen Landsmann zum Tatort gefahren und sei mit ihm geflohen. Das Motiv für die Tat ist unklar.

Beide Täter im Alter von etwa Mitte 30 waren nach Überzeugung der Kammer im September 2013 zu der Koblenzer Disco ihres späteren Opfers gefahren, hatten dort gelauert und dann den Discobetreiber nach Hause in Waldesch (Kreis Mayen-Koblenz) verfolgt. Dort schoss der Verurteilte dem Gericht zufolge mit einer Pistole mehrmals auf das Opfer, einen Familienvater. Der 35-Jährige starb noch am Tatort.

Der Komplize hatte zu Prozessbeginn ausgesagt, er sei in Moskau aufgewachsen, habe im Import und Export gearbeitet und sei alkohol- und kokainabhängig geworden. In der lettischen Hauptstadt Riga sei er "in schwere Kriminalfälle verwickelt" gewesen. Seinem Anwalt Axel Bertram zufolge besorgte er dem nun verurteilten Täter für 5000 Euro einen gefälschten Ausweis. Dieser habe von finanziellen Problemen mit einem Mann in Koblenz gesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.