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Unwetter - Berlin

Unwetter hält Berliner Feuerwehr in Atem: Neue Warnung

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa/bb) - Chaos an Berliner Flughäfen, Blitzeinschläge und vollgelaufene Keller: Wegen heftiger Gewitter war die Berliner Feuerwehr in der Nacht auf Mittwoch im Dauereinsatz. Um Mitternacht war der Ausnahmezustand "Wetter" ausgerufen worden. Dabei werden Einsätze je nach Wichtigkeit bearbeitet, nicht nach der Zeit des eingehenden Notrufes. Auch für Mittwoch gab der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung heraus.

Teile von Autobahnen und Straßenzüge wurden bereits in der Nacht überschwemmt. Im gesamten Stadtgebiet fielen außerdem Ampeln aus, wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte. An den Flughäfen Tegel und Schönefeld musste die sogenannte "Vorfeldabfertigung" am späten Dienstagabend bis in den Mittwochmorgen für mehrere Stunden eingestellt werden. Betroffen waren mehr als 40 Flüge am Flughafen Tegel und 17 weitere in Schönefeld.

Hunderte Passagiere mussten zum Teil mehrere Stunden lang in den gelandeten Fliegern ausharren, bis keine Gefahr mehr durch die Blitze bestand. Einem Flughafensprecher zufolge wurden die letzten Maschinen erst am Mittwochnachmittag entladen.

Von Mitternacht bis 3.00 Uhr wurde die Feuerwehr zu rund 160 wetterbedingten Einsätzen gerufen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Insgesamt kamen bis Mittwochnachmittag 250 Einsätze zusammen.

Stundenlang im Einsatz war die Feuerwehr unter anderem in der Kaskelstraße, Ecke Pfarrstraße in Lichtenberg. Dort habe der Regen mehrere Keller überschwemmt, hieß es. Der Einsatz dauerte am Mittwochnachmittag noch an.

In Berlin-Staaken schlug in der Nacht ein Blitz in einem Einfamilienhauses ein, es brannten Teile des Dachtes und Einrichtungsgegenstände.

Durch überlaufende Kanäle nach den Wolkenbrüchen wurde der Flussbad-Pokal in Berlins historischer Mitte für Sonntag abgesagt und auf den 24. August verschoben. In den Spreekanal an der Museumsinsel hatten sich mehr als 45 000 Kubikmeter Schmutzwasser ergossen. Der Verein Flussbad möchte den Kanal in Zukunft als Sommerbad nutzen. Dafür muss aber erst bewiesen werden, dass ein Pflanzenfilter wirkt.

Auch für Mittwoch gab der Deutsche Wetterdienst eine Warnung für Berlin heraus. Meteorologen rechneten erneut mit heftigen Gewittern, die bis zur ersten Nachthälfte dauern sollten. Für den gesamten Nordosten warnten sie vor Hagel, schweren Sturmböen und Starkregen. Für Donnerstag hingegen sei bis auf vereinzelte Schauer und kurze Gewitter mit einer Wetterberuhigung zu rechnen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes.

Feuerwehrchef Karsten Homrighausen sagte am Mittwoch, der diesjährige Sommer fordere die Feuerwehr bereits jetzt schon deutlich stärker als 2018. Im vergangenen Jahr habe es wegen des konstant guten Wetters kaum Gewitter und Stürme gegeben und entsprechend auch keine großen Einsatzszenarien für die Feuerwehr. In diesem Jahr sei wegen der starken Gewitter bereits mehrere Mal der Ausnahmezustand ausgerufen worden.