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Terrorismus

Fall Neuss: Kein Hinweis auf bevorstehenden Anschlag

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Der 21-Jährige war am Samstagabend festgenommen worden. Foto: Federico Gambarini

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Neuss/Wien (dpa) - In der Wohnung eines 21-jährigen Terrorverdächtigen im rheinischen Neuss haben die Ermittler zunächst keine Hinweise auf eine in Kürze geplante Terrorattacke gefunden.

"Die Durchsuchung selbst hat nicht zum Auffinden von Beweismitteln geführt, die auf einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag schließen lassen können", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Bei der Polizeiaktion in der Wohnung des Verdächtigen seien am Samstagabend weder Waffen noch Sprengstoff entdeckt worden.

Auch für mögliche Verbindungen zum Fall des Berliner Attentäters Anis Amri hat das Bundesinnenministerium zurzeit keine Hinweise finden können. Ein Sprecher von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte in Berlin, zwar liege ihm kein minütlich aktualisierter Erkenntnisstand vor, zudem gehe es um zwei laufende Ermittlungsverfahren. Basierend auf den damit verbundenen Einschränkungen könne er aber von möglichen Zusammenhängen nicht berichten.

Der 21-Jährige war am Samstagabend festgenommen worden, am Sonntag erging Haftbefehl wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat. Er steht im Verdacht, einem in Wien gefassten 17-Jährigen bei Vorbereitungen für einen Terroranschlag in Österreich geholfen zu haben. Die österreichischen Behörden, die den Hinweis an die deutschen Ermittler gaben, wollten sich am Montagnachmittag zu ihrem Erkenntnisstand äußern. Sie hatten den 17-jährigen am Freitag in Wien festgenommen. Sie vermuten einen islamistischen Hintergrund.

Die Ermittler in Nordrhein-Westfalen gehen davon aus, dass der 21-Jährige den Wiener Terrorverdächtigen über Foren in den sozialen Medien kennengelernt hat. Bei seiner Vernehmung habe der junge Mann aus Neuss nicht bestritten, eine islamistische Auffassung zu vertreten. "Er bestreitet aber, sich mit dem IS beschäftigt zu haben", sagte der Staatsanwalt weiter. Bei den Ermittlungen gehe es unter anderem darum, den Hintergrund des Mannes auszuleuchten. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von der derzeit laufenden Auswertung der Daten auf seinem Computer und Handy.