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Religion - Regensburg

Spaenle würdigt Synagoge als wichtigen Schritt

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Regensburg (dpa/lby) - Den Neubau der Synagoge in Regensburg hat der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle (CSU) als wichtigen Schritt für das jüdische Leben im Freistaat gewürdigt. In der oberpfälzischen Stadt gebe es die ältesten schriftlichen Nachweise für jüdisches Leben auf dem Gebiet des heutigen Bayern, teilte Spaenle am Mittwoch mit. Diese reichten bis ins zehnte Jahrhundert zurück. "Deshalb ist es umso erfreulicher, dass die Israelitische Kultusgemeinde in Regensburg einen neuen Ort für ihr religiöses Leben schaffen konnte, der weit über Regensburg hinaus ausstrahlt."

Das neue jüdische Gotteshaus war am Vormittag in der Stadt an der Donau eröffnet worden. Der neun Millionen Euro teure Bau befindet sich in der historischen Altstadt und unweit des Doms auf demselben Grundstück, auf dem bis 1938 die vorherige Synagoge stand. Damit bekommt Regensburg gut 80 Jahre nach der sogenannten Reichskristallnacht mit dem Beginn der organisierten Judenverfolgung im Nationalsozialismus ein neues jüdisches Gebetshaus.

1519 waren die Juden aus Regensburg vertrieben worden. Damals vor 500 Jahren war auch die erste Synagoge zerstört worden. Anfang des 19. Jahrhunderts siedelten sich in der Stadt wieder Juden an. Zunächst nutzten sie eine ehemalige Kirche als Gebetshaus. Als diese baufällig wurde, errichtete die Gemeinde eine Synagoge, die 1912 eröffnet und bis zu ihrer Zerstörung 1938 genutzt wurde. Heute zählt die jüdische Gemeinde in Regensburg etwa 1000 Mitglieder.