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Prozesse - Trier

Ex-Jugendamtsmitarbeiter muss wegen Untreue in Haft

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Trier (dpa/lrs) - Wegen Untreue in 238 Fällen ist ein ehemaliger Mitarbeiter des Jugendamtes im Eifelkreis Bitburg-Prüm am Dienstag vor dem Landgericht Trier zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 59-Jährige sich über Jahre hinweg Geld für fingierte Fälle bei Pflegefamilien überwiesen hatte. Verurteilt wurde er für Fälle zwischen den Jahren 2013 bis 2018 in Höhe von gut 700 000 Euro. Weitere rund 250 Fälle ab 2005 waren verjährt. Der Schaden insgesamt beläuft sich auf 1,5 Millionen Euro.

Der Mann hatte bereits zu Prozessbeginn ein umfassendes Geständnis abgelegt. Es sei der "schlimmste Fehler" seines Lebens gewesen, und es tue ihm sehr leid, hatte er gesagt. Anfangs habe er aus einer finanziellen Notsituation heraus gehandelt.

Die fingierten "Anordnungsgründe" hatte der Beamte im EDV-System seiner Behörde in Bitburg angelegt und dort die Nummer eines Kontos hinterlegt, das er nutzte. Die Anordnungen legte er dann jeweils seinem Amtsleiter vor, der aber nichts bemerkte und sie abzeichnete. Das Geld von dem Konto hob er in bar ab und zahlte zumindest einen Teil davon auf eigene Konten in Luxemburg ein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.