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Prozesse - Ravensburg

Mordanschlag auf Muslimin: angeklagte Eltern freigelassen

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Ravensburg (dpa/lsw) - Im Ravensburger Prozess um einen brutalen Mordanschlag auf eine junge Muslimin sind deren mitangeklagte Eltern aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Entscheidung habe die Jugendkammer nach der Zeugenvernehmung der inzwischen 18 Jahre alten Frau getroffen, teilte das Landgericht am Freitag mit. Angesichts ihrer Aussagen in geschlossener Sitzung sei der Tatverdacht einer gemeinschaftlich begangenen gefährlichen Körperverletzung zum Nachteil der Tochter gegen die Eltern verneint worden.

Zudem habe die Kammer mit Blick auf eine mögliche Strafbarkeit wegen unterlassener Hilfeleistung und der bisherigen Untersuchungshaftzeit bei den Eltern "keinen Fluchtanreiz" mehr gesehen. Die beiden mutmaßlichen Haupttäter - der Bruder und der Ehemann des Opfers - bleiben hingegen weiterhin in U-Haft. Dem aus Syrien stammenden Mann und dem aus dem Libanon stammenden Bruder wird gemeinschaftlicher versuchter Mord vorgeworfen (Az. 2 KLs 242 Js 20969/18 jug).

Sie sollen das Opfer am 27. Februar mit etlichen Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben. Laut Anklage wollten sie die damals 17-Jährige töten, weil sie sich in einen anderen Mann verliebt hatte und ihren Ehemann verlassen wollte, mit dem sie nur nach islamischem Recht verheiratet war.