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Prozesse - Penzlin

Revisionsprozess um Foltertod dauert deutlich länger

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Neubrandenburg (dpa/mv) - Der Revisionsprozess um den Foltertod einer Frau aus Alt Rehse bei Neubrandenburg wird deutlich länger dauern als bisher geplant. Statt im Juni wird nun frühestens Ende September 2019 ein Urteil in dem nicht öffentlichen Verfahren erwartet, wie ein Sprecher des Landgerichtes in Neubrandenburg am Donnerstag sagte. Hauptursache sei die sehr hohe Zahl von Beweisanträgen, weshalb deutlich mehr Zeugen gehört werden müssten.

Dem 53-Jährigen wird bisher Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Er hatte Polizisten berichtet, seine 32 Jahre alte Lebensgefährtin 2016 im Streit in seinem Haus nackt an ein Bett gefesselt und gepeitscht zu haben. Danach bekam die Frau nichts zu Essen und zu Trinken, woran sie vermutlich starb, erklärten Rechtsmediziner. Ihre Leiche war erst Wochen später durch Zufall im Haus gefunden worden. Beide hatten sich per Internet kennengelernt.

Der Mann war im ersten Prozess 2017 als "vermindert schuldfähig" eingeschätzt und zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sein Anwalt legte Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Nun soll geklärt werden, ob der Angeklagte damals "schuldunfähig" war.

Die Revisionsverhandlung läuft seit 5. Februar Bisher wurden mehr als 50 Zeugen gehört, vor allem Dorfbewohner, die zum damaligen Verhalten des 53-Jährigen befragt wurden. Dieser saß von Mitte 2016 bis Februar 2019 in Untersuchungshaft. Das Landgericht hob den Haftbefehl im Februar aber auf. Seither erscheint der Angeklagte aus freien Stücken am Landgericht.