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Prozesse - Osnabrück

Mann in Glandorf getötet: Angeklagter bestreitet Tat

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Osnabrück (dpa/lni) - Nach dem gewaltsamen Todes eines Mannes in Glandorf (Kreis Osnabrück) hat der Angeklagte den Tatvorwurf zu Prozessauftakt bestritten. "Ich bin das nicht gewesen. Ich hätte ihm kein Haar krümmen können", sagte der 56 Jahre alte Mann am Montag vor dem Osnabrücker Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor. Er soll das 55 Jahre alte Opfer am 11. Dezember 2018 in dessen Wohnung verletzt und anschließend erstickt haben. (Az. 6 Ks 6/19)

Er habe den 55-Jährigen vor einigen Jahren in einer Obdachlosenunterkunft in Osnabrück kennengelernt und sei seitdem gut befreundet mit ihm gewesen, erzählte der 56 Jahre alte Deutsche vor Gericht. Der gelernte Stahlbauschlosser schilderte, wie er nach dem Scheitern seiner dritten Ehe 2014 seinen Job wegen Alkoholproblemen verloren hatte und auch seine Wohnung aufgeben musste, weil er die Miete nicht mehr aufbringen konnte.

Zwischenzeitlich lebte er in einer Obdachloseneinrichtung in Freistatt bei Diepholz. Seinen Freund, der eine Wohnung in Glandorf hatte, habe er im vergangenen August in Osnabrück wieder getroffen, der ihn daraufhin zu sich eingeladen habe. Dort habe er fünf Wochen lang gewohnt, sei dann aber ausgezogen, damit sein Bekannter keinen Ärger mit dem Vermieter bekommen sollte.

Mit dem Aufenthalt in der Wohnung und der gemeinsamen Benutzung von Kleidung, Bettwäsche oder anderen Gegenständen erklärte der Angeklagte DNA-Spuren in der Wohnung, die die Polizei von ihm gefunden hatte. Nach seinem Auszug habe er noch zweimal in der Wohnung übernachtet und seinen Freund noch weitere zweimal besucht. Den restlichen Bekanntenkreis seines Bekannten habe er nicht gekannt. "Ich weiß aber, dass er in Glandorf viel Ärger gehabt hat", sagte er.

Die Anklage hat bisher kein Tatmotiv genannt. Bis in den August sind sieben Fortsetzungstermine angesetzt.