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Prozesse - Neubrandenburg

Prozess um versuchten Mord an Syrer endet mit Freispruch

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Neubrandenburg (dpa/mv) - Im Prozess um einen versuchten Mord an einem Mann aus Syrien hat das Landgericht Neubrandenburg den Angeklagten freigesprochen. Der Geschädigte sei zweifelsfrei Opfer eines Verbrechens geworden, aber dem Angeklagten sei das nicht nachzuweisen gewesen, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag in Neubrandenburg. Schon in der Aussage des Opfers hätten sich bereits zu viele Widersprüche befunden. Die Tatsache, dass der Geschädigte den Angeklagten vor Gericht erkannt und als "Täter" bezeichnet habe, reiche nicht aus. Zuvor hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung unabhängig voneinander ebenfalls Freispruch verlangt. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.

Der Haftbefehl gegen den nach eigenen Angaben 33 Jahre alten Asylbewerber aus Mauretanien, der damals in Neubrandenburg lebte, wurde aufgehoben. Der Geschädigte war am 1. Juli 2018 in Neubrandenburg in seiner Wohnung mit einem Holzknüppel und einer Espressomaschine niedergeschlagen, lebensgefährlich verletzt und beraubt worden. Er überlebte dank einer Notoperation. Die Polizei ließ den jetzt freigesprochenen Mauretanier als Verdächtigen suchen und in Frankreich festnehmen. Der Mann hatte im Prozess aber bestritten, zu der Zeit in Neubrandenburg gewesen zu sein.