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Prozesse - München

Tödlicher Streit im Drogenrausch: Anklage fordert Haftstrafe

Direkt aus dem dpa-Newskanal

München (dpa/lby) - Nach einem tödlichen Streit im Drogenmilieu hat die Staatsanwältin vor dem Münchner Landgericht neuneinhalb Jahre Gefängnis für den Angeklagten gefordert. Sie legte dem 34-Jährigen am Freitag Körperverletzung mit Todesfolge zur Last. Der Verteidiger forderte Freispruch.

Der Angeklagte und sein Mitbewohner hatten 2015 zusammen Heroin gespritzt und waren dabei in Streit geraten. Laut Staatsanwaltschaft hatte der 34-Jährige so lange auf den 50-Jährigen eingeschlagen, bis dieser sich nicht mehr bewegte. Er starb vor Ort.

Zum Prozessauftakt im Januar hatte der Angeklagte zur Tat geschwiegen. Der in München geborene Türke machte vor Gericht lediglich Angaben über seine Drogenerfahrungen, Entzugsversuche und abgebrochenen Ausbildungen. Gearbeitet hat er im Grunde nie wirklich. Er habe einfach keine Lust gehabt, sagte er.

Mehrere Gutachten bewiesen, dass der 34-Jährige gewalttätig auf sein Opfer eingewirkt habe, sagte die Staatsanwältin. Der Verteidiger sagte, es gebe keinen Beweis für den Tathergang und die Identität des Täters. Das Gericht will sein Urteil am 20. März (12.00 Uhr) verkünden.