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Prozesse - Marburg

Frühchen-Prozess mit Befragung von Pflegekräften fortgesetzt

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Marburg (dpa/lhe) - Im Marburger Frühchen-Prozess hat das Landgericht am Mittwoch die ersten direkten Kolleginnen der angeklagten früheren Kinderkrankenschwester vernommen. Bislang hatten in dem seit Januar laufenden Verfahren vor allem ärztliches Personal und Polizeibeamte ausgesagt. Der 29 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, als Mitarbeiterin der Frühchenstation am Marburger Uni-Klinikum zwischen November 2015 und Februar 2016 drei Frühgeborenen ärztlich nicht verordnete Medikamente gegeben zu haben. Die Babys sollen so in lebensbedrohliche Zustände geraten sein. Die Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen, die unter anderem auf versuchten Mord lauten.

Das Landgericht Marburg befragte am Mittwoch unter anderem eine 26 Jahre alte Krankenschwester zu einem Chat mit der Angeklagten. Sie hatte dieser nach eigenen Angaben bereits kurz nach Bekanntwerden einer möglichen Vergiftung bei einem der Kinder Fragen zu einem der Medikamente gestellt. "Ich dachte aber nicht, dass sie ihnen die Medikamente mit Absicht gegeben hat", sagte die Zeugin. Der Prozess wird fortgesetzt.