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Prozesse - Magdeburg

Hund auf Familie gehetzt? Angeklagter schweigt

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Magdeburg (dpa/sa) - Gut fünf Monate nach einer Hundeattacke auf eine syrische Familie steht der Besitzer der Tiere in Magdeburg vor Gericht. Dem 24-Jährigen wird vorgeworfen, zweimal seine Hunde auf Passanten gehetzt sowie mehrfach seine Ex-Freundin misshandelt und eingesperrt zu haben. 77 Fälle listet die Anklage auf, meist geht es dabei um Gewalt gegen seine Ex-Freundin. Für Schlagzeilen sorgte jedoch die Hundeattacke, für die der Mann verantwortlich sein soll.

Laut Anklage hat der Deutsche im vergangenen Mai in einem Park im Norden von Magdeburg einen 29-jährigen Syrer und dessen Familie rassistisch beschimpft und attackiert. Dabei sollen seine Hunde zugebissen haben. Der 29-Jährige erlitt mehrere Bisswunden. Er soll in der kommenden Woche als Zeuge vor Gericht aussagen. Außerdem soll der Angeklagte seine Hunde auf ein weiteres Opfer gehetzt sowie einen Mann in einer Straßenbahn angegriffen haben.

Der 24-Jährige schwieg zum Prozessauftakt am Dienstag vor dem Magdeburger Landgericht. Er ist mehrfach vorbestraft und steht unter Bewährung. Im Fall einer Verurteilung muss er mit einer Haftstrafe von mehr als vier Jahren rechnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gefährliche Körperverletzung sowie Freiheitsberaubung vor.

Seine Ex-Freundin hatte ihn angezeigt, nachdem Nachbarn im Oktober 2017 die Polizei gerufen hatten.