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Prozesse - Köln

Betrug und Geldwäsche: Mitglied von Großfamilie vor Gericht

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Köln (dpa/lnw) – Wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Beihilfe zur Geldwäsche stehen seit Donnerstag vier Mitglieder einer Leverkusener Großfamilie vor dem Kölner Landgericht. Dem 42 Jahre alten Hauptangeklagten wirft die Staatsanwaltschaft 22 Taten vor. Unter anderem soll er ein älteres Ehepaar aus Frechen bei Köln um rund eine Million Euro geprellt haben.

Laut der Staatsanwaltschaft erschlich sich der 42-Jährige das Vertrauen der Eheleute. So soll er sich als Abkömmling einer wohlhabenden amerikanisch-jüdischen Familie mit gut gehendem Baugewerbe ausgegeben haben, der ein Haus neben dem Trump-Tower in New York gehöre. Das Vermögen seiner Familie soll er dem Ehepaar gegenüber mit 500 Millionen US-Dollar taxiert haben. Trotz seines angeblichen Reichtums soll der Angeklagte das Ehepaar zwischen Januar und September 2017 dennoch immer wieder um große Summen gebeten haben. Angeblich, um seine Arbeiter und Angestellten in Deutschland in Euro bezahlen zu können. Er selbst habe ja nur US-Dollar zur Hand, soll die Erklärung des Angeklagten gewesen sein.

Ferner soll der 42-Jährige eine falsche eidesstattliche Versicherung abgelegt haben. Er habe, so die Anklage, seine Einkünfte gegenüber dem Amtsgericht zu niedrig angegeben. Neben dem Hautangeklagten werden in dem Verfahren drei weitere Männer wegen Beihilfe zur Geldwäsche beschuldigt.

Im März 2018 war es in einem Mehrfamilienhaus der Familie in Leverkusen zu Durchsuchungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft gekommen. Mitglieder der Familie stehen unter anderem wegen Sozialbetrugs auch weiter im Fokus von Ermittlungen, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte. Der 42-Jährige war bereits im November 2018 in einem anderen Verfahren am Kölner Landgericht wegen Betrugs mit dem sogenannten Teppichhändler-Trick an einem älteren Ehepaar aus Norddeutschland zu über vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.