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Prozesse - Koblenz

Totschlag mit Küchenmesser: 57-Jährige vor Gericht

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Koblenz (dpa/lrs) - Tödliches Verbrechen einer Frau mit Rollator? Wegen Totschlags mit einem gezackten Küchenmesser steht seit Dienstag eine 57-jährige Frau vor dem Landgericht Koblenz. Sie soll laut Anklageschrift an Weihnachten 2018 in Höhr-Grenzhausen im Westerwald einen 59-jährigen Bekannten in dessen Zuhause mit einem Messerstich getötet haben, "ohne zur Mörderin zu werden", wie es darin heißt.

Die im Koblenzer Gefängnis in Untersuchungshaft sitzende Frau, nach eigenen Angaben Alkoholikerin, soll sich an Heiligabend mit ihrem Rollator zu dem langjährigen Bekannten begeben und mit ihm dort eine größere Menge Bier getrunken haben.

Über ihre Anwältin erklärte sie vor Gericht, das Opfer sei sexuell übergriffig geworden. Sie habe ein Küchenmesser auf dem Tisch genommen, könne sich aber nicht erinnern, ob sie zugestochen habe oder der Mann in das Messer gefallen sei. Danach habe sie sofort sein Haus verlassen. Ihr tue das alles sehr leid, weil das Opfer ein Freund gewesen sei. Der Mann habe aber stets mehr als Freundschaft gewollt, was sie immer abgelehnt habe.

Ein Zeuge, Nachbar des Opfers, bezeichnete den Getöteten als oft aggressiv nach Alkoholgenuss und die Angeklagte als friedlich. Ein Freund des Opfers beschrieb dagegen umgekehrt diesen Mann als immer friedfertig, die Angeklagte aber als aggressiv. Der Prozess soll am 3. Juli fortgesetzt werden.