bedeckt München 21°

Prozesse - Kiel

Revision gegen Urteil für Ex-Manager von Sig Sauer eingelegt

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Kiel (dpa/lno) - Gegen die Urteile des Landgerichts gegen Ex-Manager des Waffenherstellers Sig Sauer aus Eckernförde haben die Verteidiger Revision beantragt. Auch der Rechtsanwalt des Waffenherstellers habe Revision eingelegt, sagte eine Gerichtssprecherin am Freitag. Das Gericht hatte gegen die Angeklagten am 3. April für eine nicht genehmigte Pistolenlieferung über die USA nach Kolumbien Bewährungsstrafen und hohe Geldauflagen verhängt. Zuvor hatten Gericht, Staatsanwaltschaft eine Verständigung getroffen. Im Gegenzug legten die Angeklagten Geständnisse ab.

Der Manager der US-Schwester des Waffenherstellers wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung sowie einer Bewährungsauflage von 600 000 Euro verurteilt. Ebenso hoch fiel die Auflage für einen Ex-Manager aus, der zehn Monate auf Bewährung bekam. Er muss zudem eine Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je 1660 Euro zahlen. Ein weiterer Angeklagter wurde zu zehn Monaten auf Bewährung und 60 000 Euro verurteilt.

Die drei Männer waren zeitweise Geschäftsführer des Standorts Eckernförde und ausfuhrverantwortlich für die Lieferung von mehr als 47 000 Pistolen vom Typ SP 2022 an eine Schwesterfirma in den USA zwischen 2009 und 2011. Von diesen Waffen wurden mehr als 38 000 nach Kolumbien weiterverkauft - mit einem Verkaufswert von mehr als 16 Millionen US-Dollar (umgerechnet damals gut 11 Millionen Euro). Die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erteilten Genehmigungen schlossen eine Ausfuhr nach Kolumbien aus. Von der Firmengruppe Sig Sauer sollen insgesamt mehr als 11 Millionen Euro eingezogen werden. Davon betreffen 7,4 Millionen Euro Sig Sauer Eckernförde.