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Prozesse - Kiel

Angeklagte gestehen Millionenraub aus Geldtransporter

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Kiel (dpa/lno) - Überraschende Wendung im Prozess um einen spektakulären Millionenraub: Die wegen eines Raubs auf einen Geldtransporter in Schleswig-Holstein angeklagten Männer haben am Dienstag vor dem Landgericht Kiel Geständnisse abgelegt. Der 41 Jahre alte Fahrer des Geldtransporters schilderte, wie er mit Hilfe seines Mittäters bei einem Stopp an einer Tankstelle drei Geldkassetten aus dem Transporter lud, die der 48 Jahre alte Komplize dann mit einem Fahrzeug nach Hamburg brachte. Zugleich beschuldigte er den Beifahrer des Geldtransportes, an dem Coup beteiligt gewesen zu sein. Auch der Komplize räumte ein, an der Tat beteiligt gewesen zu sein.

Ursprünglich hätten sie nur eine kleine Kassette entwenden wollen, sagte der Fahrer. Er habe mit 50 000 Euro gerechnet und sei davon ausgegangen, dass dies für seine Sicherheitsfirma "eine interne Sache sein" würde. Es sei eine spontane Entscheidung gewesen, dann doch drei Geldkassetten aus dem Geldtransporter zu nehmen. Dafür nutzten Fahrer und Komplize einen Stopp während eines Geldtransports von Hamburg nach Kiel auf einem Parkplatz in Kirchbarkau (Kreis Plön). Dort luden sie die Geldboxen mit insgesamt rund 2,4 Millionen Euro um.

Der Prozess sollte am Nachmittag mit der Vernehmung des 39 Jahre alten Beifahrers als Zeuge weitergehen. Außerdem wollte die Staatsanwaltschaft die beiden Angeklagten weiter befragen.

Beide Männer sitzen seit März in Untersuchungshaft. Weil der Fahrer des Geldtransporters während der Fahrt einen Revolver mit scharfer Munition trägt, lautet die Anklage auf besonders schweren Fall gemeinschaftlichen Diebstahls mit Waffen. Die beiden Männer waren vor ihrer Festnahme im März wochenlang rund um die Uhr observiert worden, bevor die Polizei zugriff. Bei Durchsuchungen in ihrer Wohnungen und extra angeschaffter Gebrauchtwagen konnte die Beute zum Großteil sichergestellt werden - etwa in Hohlräumen und Zierkissen.