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Prozesse - Frankfurt am Main

Mutmaßlicher Islamist bestreitet Ausreiseabsicht nach Syrien

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Er soll geplant haben, im syrischen Bürgerkrieg zu kämpfen - nun muss sich ein 20-Jähriger deswegen vor Gericht verantworten. Der junge Türke bestritt am Montag zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Frankfurt allerdings jegliche Ausreisabsichten Richtung Syrien. Die Staatsanwaltschaft legt dem Heranwachsenden die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zur Last.

Laut Anklage plante der Beschuldigte im Herbst vergangenen Jahres, über die Türkei nach Syrien zu reisen und dort eine Waffenausbildung zu absolvieren. Die Polizei hatte allerdings bereits seit eineinhalb Jahren eine telefonische Überwachung geschaltet und mehr als 600 000 Telefonate und Internet-Verbindungen abgehört. Als der Mann dann ein Flugticket in die Türkei buchte, wurde er im Dezember vergangenen Jahres noch in Frankfurt festgenommen.

Am ersten Verhandlungstag sagte der 20-Jährige, er habe lediglich Freunde und Bekannte in seiner türkischen Heimat besuchen wollen. Dass er in vielen Telefongesprächen vom Dschihad gesprochen hatte, ließ er unkommentiert.

Aufgrund des Alters des Angeklagten wurde der Prozess von einer Jugendabteilung des Amtsgerichts übernommen. Ob er allerdings nach milderem Jugendstrafrecht oder wie ein Erwachsener behandelt wird, muss nach der Einschätzung eines Sachverständigen geklärt werden. Das Gericht hat in dem Fall noch einen weiteren Verhandlungstag anberaumt.